Sehbehinderte Menschen testen die neuen Straßenbahnen aus

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    • 12.10.12
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Sehbehinderte Menschen testen die neuen Straßenbahnen aus

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Kassel - Kassel. Fritz Zeller saß am Mittagstisch und las die HNA. Plötzlich wurde alles dunkel. Der Rentner konnte nichts mehr sehen. Ein Schock. Sein Augenarzt schickte ihn sofort zur Untersuchung in die Augenklinik des Kasseler Klinikums. Dort habe man ihm dann die schlechte Nachricht mitgeteilt.

„Sie sagten, dass ich fortan blind sein werde und man nichts für mich tun könne“, sagte der 80-jährige Rentner. Seit vier Jahren hat sich nun sein Alltag geändert.

Schritt für Schritt lernt der Hofgeismarer nun, sich als Blinder zurechtzufinden. Straßenbahnfahren stellt für ihn kein Problem mehr dar. Gestern nahm er wie 30 weitere Sehbehinderte und Blinde das Angebot der Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG) wahr und machte sich auf dem Betriebshof mit den neuen Niederflurstraßenbahnen vertraut.

„Im Vergleich zu anderen Städten wie München komme ich in Kassel sehr gut zurecht“; sagte Zeller. Mit dem Blindenstock könne er an den Haltestellen gut an den Leitlinien in den Platten entlangfahren. In München hingegen gebe es die gar nicht.

„Bis Ende 2013 werden 22 Niederflurbahnen in und um Kassel unterwegs sein und die alte Flotte komplett ersetzen“, sagte Heidi Hamdad, Pressesprecherin der KVG. Die erste neue Bahn sei bereits seit diesem Frühjahr im Einsatz.

Einstieg: Fritz Zeller aus Hofgeismar und Adolf Kämmerer aus Vellmar machten sich mit der neuen Straßenbahn vertraut. Foto: QuanzEinstieg: Fritz Zeller aus Hofgeismar und Adolf Kämmerer aus Vellmar machten sich mit der neuen Straßenbahn vertraut. Foto: Quanz

Im Vergleich zu den alten Straßenbahnen gibt es einige wesentliche Unterschiede, mit denen sich die Sehbehinderten vertraut machen sollten. „Die neuen Bahnen werden nur noch drei statt vier Ein- und Ausstiegstüren haben“, sagte Michael Wiesenhütter, Behindertenbeauftragter der KVG. Das führt zugleich zu einem Problem: Eine Einstiegsmarkierung für die Sehbehinderten an den Haltestellen der Straßenbahnen muss versetzt werden.

Die neuen Bahnen sind sogenannte Zweirichtungsfahrzeuge, der Zustieg ist somit theoretisch von beiden Seiten möglich. Weggefallen ist das Fenster an der Kabinentür des Fahrers. „Den Fahrer kann man nur noch über eine Sprechanlage erreichen“, sagte Wiesenhütter. Sogleich gab es für die Teilnehmer die Möglichkeit, die Anlage zu testen.

Im Vergleich zu den alten Straßenbahnen gebe es mehr Haltanforderungstasten. Dass jedoch nicht alle mit Brailleschrift versehen sind, war der KVG bis gestern jedoch nicht bewusst. Man werde hier noch Tasten austauschen. „Die Aktion, die wir mit dem Behindertenbeirat der Stadt Kassel koordiniert haben, sorgt dafür, dass wir die Bahnen den Anforderungen Sehbehinderter entsprechend gestalten können“, sagte Wiesenhütter.

Von Florian Quanz

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