Sekretärin offenbarte Fehlverhalten im Rathaus und wurde bestraft

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    • 16.08.13
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Gericht watscht Verwaltung ab

Sekretärin offenbarte Fehlverhalten im Rathaus und wurde bestraft

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Kassel. Cornelia Harig (60) kämpft um ihre Ehre. Die Rathaussekretärin hatte im Sommer 2012 einen groben Verstoß ihrer Chefin ans Licht gebracht. Die frühere Amtsleiterin des Revisionsamtes hatte ihre Doktorarbeit von einer anderen Sekretärin in der Arbeitszeit abtippen lassen.

Will für ihre Ehre kämpfen: Die Rathaussekretärin Cornelia Harig aus Kassel wehrt sich vor dem Arbeitsgericht gegen eine Abmahnung ihres Arbeitgebers. Foto: Ludwig

© Ludwig

Will für ihre Ehre kämpfen: Die Rathaussekretärin Cornelia Harig aus Kassel wehrt sich vor dem Arbeitsgericht gegen eine Abmahnung ihres Arbeitgebers.

Harig erhielt später eine Abmahnung aus dem Personalamt. In dieser wird ihr vorgeworfen, sie sei für den Imageverlust der Stadt verantwortlich, der durch die HNA-Berichte entstanden sei. Das Arbeitsgericht Kassel will die Abmahnung kassieren.

Harig kann nicht verstehen, warum die Stadt sie derart für ihr Verhalten abstraft. Sie hatte sich zunächst mit ihrem Arbeitgeber darauf geeinigt, eine „freundliche Abmahnung“ zu akzeptieren, da sie bei der Meldung über das Fehlverhalten ihrer Chefin den Dienstweg nicht eingehalten habe. Dann aber kam eine dreiseitige Abmahnung mit etlichen Vorwürfen, gegen die sie nun gerichtlich vorgeht.

Kasseler Whistleblowerin

In der Güteverhandlung bezeichnete Arbeitsrichter Wolfgang Oberbossel Harig als „Whistleblowerin“ (Enthüllerin) und die Abmahnung als unverhältnismäßig. „Die Stadt hätte doch auch dankbar sein müssen für den Hinweis“, sagte Oberbossel. Insbesondere auch deshalb, da Harig sich inzwischen in der passiven Phase ihrer Altersteilzeit befinde, könne er nicht verstehen, warum dieser Eintrag in der Personalakte überhaupt nötig sei.

Harig hatte im Juli 2012 ihre Beobachtungen zunächst auf dem regulären Weg ihren Vorgesetzten mitgeteilt. Sie informierte das Personalamt und den Oberbürgermeister. Dies bestätigt auch die Stadt. Nachdem sie einen Monat lang - trotz mehrfacher Bitten - keine Rückmeldung erhielt, informierte sie die Fraktionen im Rathaus. Über die Fraktion der Linken gelangte die Information an die HNA.

„Ich habe nicht gewollt, dass das solche Wellen schlägt“, sagt Harig. Das Verhältnis zu ihrer letzten Chefin beschreibt die Kasselerin, die über 30 Jahre bei der Stadt arbeitete, als schwierig.

Weil sie die Fraktionen informierte, die nicht Bestandteil der Verwaltung sind, wirft ihr die Stadt nun vor, den Dienstweg missachtet zu haben. Zudem habe sie damit gegen Verschwiegenheits- und Loyalitätspflichten verstoßen. In der Abmahnung heißt es, sie habe für ein „negatives Erscheinungsbild“ der Stadt gesorgt, einen „Vertrauensverlust“ in der Öffentlichkeit zu verantworten und den Oberbürgermeister beschädigt.

Richter Oberbossel machte klar, dass diese Auswirkungen nicht Harig anzulasten seien. Die Abmahnung sei überzogen und sollte aus der Personalakte entfernt werden.

Die Vertreter der Stadt wollten sich darauf beim Gütetermin nicht einlassen. Nun will der Richter noch einen schriftlichen Vergleichsvorschlag machen, andernfalls gebe es einen Kammertermin mit Urteil. weitere Artikel

Von Bastian Ludwig

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