Kommentar zur Sanierung maroder Banken: Erst sichern, dann haften

Deutsche Sparer müssen nun offenbar doch nicht für die Sanierung maroder Banken in anderen Mitgliedstaaten aufkommen. Brüssel arbeitet an einem neuen Vorschlag für die Einlagensicherung. Ein Kommentar von unserem Brüsseler Korrespondenten Detlef Drewes.

In einer funktionierenden Wirtschafts– und Währungsunion kann man in der Tat auch darüber reden, wie man Banken in Schieflage gemeinsam sanieren oder retten kann. Aber dafür müssen Voraussetzungen geschaffen werden. Es kann beispielsweise nicht sein, dass man Geldinstitute, die seit langem Probleme haben, nun auf Kosten aller saniert. Sie müssen zuerst selbst für ihre Stabilität sorgen, ehe sich alle Euro-Partner mit ihrem Geld beteiligen. Mit anderen Worten: Erst wenn man alle Gefahren bekämpft hat, ist eine Teilung der Haftung möglich.

Das gilt umso mehr, als davon nicht zuletzt bestehende Schutzmechanismen wie die der deutschen Sparkassen, Volksbanken und Raiffeisenkassen berührt wären, die seit Jahren erfolgreich aufgebaut wurden. Die Brüsseler Kommission wollte vor allem diese gut gefüllten deutschen Einlagensicherungssysteme für den gesamten Euro-Raum verfügbar machen. Das ist angesichts der hohen Beträge, die dort in der Vergangenheit zurückgelegt worden waren, verständlich. Doch es hätte dazu geführt, dass die deutschen Sparer am Ende für die Risiken und die miserable Geschäftspolitik der Institute in anderen Ländern geradestehen würden. Das ist nicht nur politisch unklug, es ist auch sachfremd. nachrichten@hna.de

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.