„Aktenzeichen xy... ungelöst"

Kripo sucht Mörder im TV: 57-Jähriger am Rastplatz an der A44 erschossen

Hinweise von Zeugen erbeten: Dirk Richter von der Korbacher Kriminalpolizei (links) bei der ZDF-Sendung „Aktenzeichen xy... ungelöst“ mit Moderator Rudi Cerne. Im Hintergrund das Bild des ermordeten Ryszard Fudala. Fotos:  Wüllner

Diemelstadt. Ryszard Fudala aus Polen hatte 5100 Euro Bargeld bei sich. Ob er deshalb sterben musste?

Den Raubmord an dem 57-Jährigen auf der Rastanlage Biggenkopf Nord an der A 44 im Oktober 2014 hat die TV-Fahndungssendung „Aktenzeichen xy... ungelöst" am Mittwochabend in einem umfangreichen Filmbeitrag dargestellt. Die Ermittler der Korbacher Kripo hoffen, dass sich Zeugen finden, die den entscheidenden Tipp auf die oder den Täter abgeben.

Der 57-jährige polnische Staatsbürger Ryszard Fudala wurde am 7. Oktober 2014 auf dem Autobahnrastplatz Biggenkopf Nord in der Nähe von Diemelstadt ermordet. Er war mit einem Kleintransporter unterwegs in Richtung Ruhrgebiet, wo er zwei Autos kaufen wollte. Erschossen wurde der Mann, so vermutet die Polizei, weil er größere Mengen Bargeld bei sich hatte. Die Staatsanwaltschaft Kassel hat eine Belohnung von 5000 Euro ausgesetzt für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters beziehungsweise der Täter führen.

Opfer war bei der Kripo

ZDF-Moderator Rudi Cerne ging dabei auf Details aus dem Leben des Ermordeten ein. So soll Ryszard Fudala selbst Kriopbeamter in Polen gewesen sein. Zuständig war er für Betrugs- und Steuerdelikte bei der Kripo. Aber er ist vorzeitig in den Ruhestand gegangen, um seinem Hobby, dem Autotransport, nachzugehen. Fudala hat sich an seinen Kleintransporter extra eine Schlafkabine angeschweißt. Das machte das Fahrzeug auch sehr auffällig. Warum Fudala ausgerechnet die dunkelste Ecke des Parkplatzes an der A 44 ansteuerte, kann sich niemand erklären. Denn der Kripobeamte soll ein vorsichtiger Mensch gewesen sein.

Ein Tankstellenmitarbeiter machte an diesem 7. Oktober 2014 eine Beobachtung. Zwei Fahrzeuge - ein dunkler Golf-ähnlicher Wagen und ein vermutlich silberfarbiges Fahrzeug - hätten gegen drei Uhr in der Nacht auffällig lange in der Nähe des Rastplatzes geparkt. Von dort aus hätte man eine gute Übersicht über das gesamte Gelände gehabt.

Dirk Richter von der Korbacher Kripo erklärte in der Sendung, dass man aufgrund der Spurenlage vermuten könne, wie die Tat abgelaufen sei. Fudala wurde offenbar in unmittelbarer Nähe seine Fahrzeugs erschossen. Beim Auffinden lag er zusammengesunken auf dem Lenkrad des Kleintransporters. Das Geld, das er zum Kauf von Autos bei sich hatte, war weg: vermutlich 5100 Euro. Fudala hat meistens bis zu 15 000 Euro dabei, um mehrere Autos anzukaufen.

Wie Polizeisprecher Volker König am Donnerstag berichtete, gingen inzwischen bei der Korbacher Kriminalpolizei einige Hinweise zu dem Fall ein, denen die Ermittler jetzt nachgehen. Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand sei aber keine neue „heiße Spur“ dabei, so dass der ersehnte Ermittlungsdurchbruch bislang noch ausgeblieben sei.

Wer Hinweise geben kann, meldet sich bei der Kripo in Korbach unter 05631 / 9710.

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