Meisterschaften im Goldwaschen an der Eder

Bei den ersten Rough-Digger-Meisterschaften im Goldwaschen siebten Goldwäscher an der Eder um die Wette. Links Veit-Enno Hoffmann vom Goldwelten-Claim aus Mehlen. Foto:  Höhne

Edertal-Mehlen. Goldgräberstimmung herrschte an der Eder. Am Mehlener Goldwelten-Claim wurden die ersten Rough-Digger-Meisterschaften im Goldwaschen ausgetragen.

Graben, sieben, auswaschen, aber auch Glücksspiel gehörten dazu. „Rough Digger“ – der härteste Goldsucher in Deutschland – wurde René Motacek aus Bründersen bei Wolfhagen.

In vier Disziplinen treten die Goldsucher an. Beim Wissenstest wird Theorie abgefragt und ein Parcours vom Auto zum Fundort nachgestellt. „Nur ein gut informierter Prospektor hat später im unwegsamen Gelände die Chance, einen Goldschatz zu heben“, nennt Organisator Veit Enno Hoffmann den Hintergrund für diese Aufgabe.

Dann geht es zur Sache: Aus fünf Litern Sand müssen sieben winzig kleine Goldflitter so schnell wie möglich herausgewaschen werden. „Der Schnellste brauchte gut fünf Minuten und hat sechs Flitter gefunden – das ist ein Super-Ergebnis“, sagte Schiedsrichter Fred Klingebiel.

Die Prüfungen orientieren sich nach dem echten Goldgräberleben vergangener Zeiten. „Wenn die Burschen fündig waren, wurde abends der Gewinn verprasst.“

In Mehlen wurde deshalb beim Pokern ordentlich gezockt. Am Ende siegte der Goldgräber aus Bründersen und gewann drei Gramm Edergold. „Ein Gramm wird mit 120 Euro gehandelt“, erläutert Klingebiel. Unter den Schatzsuchern sind Naturburschen und Entdecker. „Ich selbst mache gerade eine Deutschlandtour, habe im Rhein geschürft und in Mecklenburg-Vorpommern“, schildert der Neubrandenburger, der dabei 1,7 Gramm Gold gehortet hat. „Das ist viel.“

Beim Goldwaschen für Kinder ist Gian-Luca Böhm aus Iserlohn mit Eifer dabei. „Der Spaß ist das Wichtigste“, erklärt er und hat nebenbei materielle Werte im Sinn. „Das Gold kann man für später beiseite legen, denn es bleibt wertvoll.“ Lucy und Sarah Lerch aus Böhne kommen an den Goldwäscherplatz, um die ungewohnten Arbeitstechniken auszuprobieren. Den Weg vom Kies zum Edelstein erleben Schatzsucher am Stand von Peter Naumann. Der Hofgeismarer lädt zum Edelsteinwaschen ein. Dabei werden Steine, wie ein Jaspis aus dem Kellerwald oder Quarz aus der Eder, frei gespült.

Veit-Enno Hoffmann vom Goldwelten-Claim aus Mehlen zeigt sich rundum zufrieden mit dem Wettbewerb bei sommerlichen Temperaturen. „Wir wollten auf uns aufmerksam machen“, erläuterte der Geologe, der beim Kieswerk Oppermann ein Goldgräber-Camp betreibt. Eine Neuauflage ist im nächsten Jahr geplant.

Der Goldwelten-Claim in Mehlen ist bis Ende Oktober täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet, mittwochs ist Ruhetag.

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