Edertaler Parlament beschließt

Motel am Edersee geplant: Grundstücksverkauf am "Zündstoff"

Am Biker-Treff in Hemfurth-Edersee ist ein Motel nach amerikanischem Stil geplant.
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Am Biker-Treff in Hemfurth-Edersee ist ein Motel nach amerikanischem Stil geplant.

Edertal. Die Gemeindevertreter billigten einstimmig bei einigen Enthaltungen den Verkauf eines 6400 Quadratmeter großen, gemeindeeigenen Grundstücks an den „Zündstoff“-Betreiber Stefan Brede.

Er möchte auf dem Areal hinter dem Biker-Treff in Hemfurth-Edersee ein Motel im amerikanischen Stil und später eventuell zusätzlich eine „Kulturscheune“ errichten, erläuterte Bürgermeister Klaus Gier.

„Ein gutes Geschäft“

Das Parlament beschloss den Verkauf zu einem nicht näher benannten, sechsstelligen Betrag. „Ein gutes Geschäft für uns, denn wir haben mit den Erschließungs- und Planungskosten nichts zu schaffen. Bislang stand das Gelände mit 80 Eurocent pro Quadratmeter als Kuhwiese in den Büchern“, fügte Gier hinzu.

Die Gemeindevertreter brachten in einem zweiten, dazugehörigen Beschluss die so genannte Bauleitplanung auf den Weg, denn Flächennutzungs- und Bebauungsplan müssen geändert werden, damit Brede sein Projekt verwirklichen darf. Die Kosten für diese Änderungen übernimmt er. Allein für diese Vorarbeiten ohne Erfolgsgarantie muss der Investor 20 000 Euro ausgeben, schätzt Gier. So sind rund 50 „Träger öffentlicher Belange“ zu hören mit ihren Einwänden oder Anregungen, darunter der Naturschutz oder der Ortsbeirat.

„Das Parlament behält seinen Einfluss, wenn es um die spätere Entscheidung über die Planungsvorgaben geht. Vertrauen Sie mir, dass ich in den Verhandlungen mit dem Investor nichts unterschreibe, was den Interessen der Gemeinde und ihrer Bürger zuwider läuft“, sagte Gier vor der Abstimmung.

Bedenken zu Details

Denn es regten sich zunächst einige Bedenken im Bezug auf Details. So sind auf der vorgelegten Grobskizze Motel und Scheune auf dem rechten Teil des großen Grundstücks eingezeichnet; der linke Teil bleibt frei. „Die einst geplante Erweiterungsfläche fürs Terrassenhotel ist inzwischen auch ein Parkplatz“, mahnte CDU-Vorsitzender Harald Wieck. Die SPD sorgt sich um mögliche Lärmbelastungen, die einmal von der Kulturscheune ausgehen könnten.

Alles deutete daher zunächst auf eine Überweisung des Themas in den Ausschuss „Planen, Bauen, Umwelt“ hin und auf einen Verkauf nur der Hälfte der Fläche.

Doch Bürgermeister Gier warb schließlich mit Erfolg nachdrücklich um Vertrauen in seine Verhandlungsführung. Er betonte, wie wichtig neue Übernachtungsangebote für den Edertaler Tourismus sind und dass der Investor viel Zeit verliere, wenn das Thema erst einmal vertagt würde: „Beim dollen Haus herrschte auch zunächst Skepsis vor, und wir sehen, wie gut es von den Gästen angenommen wird.“

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