Einbruch in 17 Schulen: Junge Täter verurteilt

Waldeck-Frankenberg. Drei Jahre und acht Monate schickt das Landgericht Kassel einen 23-Jährigen in Haft, der Anfang des Jahres in 17 Schulen und ein Sportlerheim in den Landkreisen Kassel, Waldeck-Frankenberg und Schwalm-Eder eingebrochen war und 200.000 Euro Schaden gemeinsam mit einem Komplizen angerichtet hatte.

Der 19-jährige Mittäter wurde zu zwei Wochen Jugendarrest nach Jugendstrafrecht verurteilt, weil er zur Tatzeit gerade erst volljährig geworden war. Beide kommen aus dem Landkreis Waldeck-Frankenberg

Mit Druckluftwaffen hatten sie in den Schulgebäuden zumeist auf Lampen geschossen, um nicht von dem durch Bewegungsmelder angeschalteten Licht entdeckt zu werden. Auch Türen und Glasscheiben wurden von ihnen nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft „teils aus purer Zerstörungslust“ demoliert. Beide Angeklagte gestanden die Taten, der Jüngere hat sich inzwischen teils persönlich bei der Leitung der Schulen entschuldigt.

Der Stehlschaden ist im Vergleich zu den Beschädigungen gering und beläuft sich auf knapp 10 000 Euro. In erster Linie hatten es die Einbrecher auf Bargeld abgesehen. Zwei Mal erbeuteten sie auch EC-Karten mit Pinnummern und hoben vierstellige Geldbeträge von den Konten ab. Die jungen Männer hätten aus Geldnot gehandelt und um sich eine fortlaufende Einnahmequelle zu verschaffen, hatte Staatsanwalt Müller gesagt.

Oft stiegen sie in gleich mehrere Schulen in einer Nacht ein. Allerdings hätten ihre Mandanten abgelegene Schulen ausgesucht, um möglichst nicht auf Personen zu treffen, betonten die Strafverteidiger. Denn die Männer, denen das Gericht eine verzögerte Reife bestätigte, hätten keine Menschen schädigen wollen. Beide Verurteilte erwarten weitere Prozesse, auch im Raum Warburg sollen sie für eine Einbruchsserie verantwortlich sein.

Bei ihrer Einbruchserie verursachten die beiden Männer im Frühjahr in den Landkreisen Waldeck-Frankenberg, Kassel und Schwalm-Eder Sachschaden in Höhe von knapp 200´.000 Euro.

Von Anfang Januar bis Mitte März drangen der 23-Jährige und sein 19-jähriger Mittäter in Rhoden, Volkmarsen, Fritzlar, Wolfhagen, Bad Arolsen, Zierenberg, Neukirchen, Korbach, Felsberg, Breuna, Habichtswald, Schauenburg und Battenberg vornehmlich in Schulen ein. Sie erbeuteten etwa 7700 Euro Bargeld und EC-Karten. Wertgegenstände wie Computer und Laptops ließen sie meist unangetastet. Wegen der hohen Schäden entfiel teilweise der Unterricht.

Von Andrea Liese 

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