Nur in Frankenberg und Allendorf sind Container bewohnt

Kein Bedarf: Kommunen wollen Wohncontainer für Flüchtlinge loswerden

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Schwertransport aus Litauen: So kamen die Wohncontainer vor einem Jahr in Waldeck-Frankenberg an – hier einer der ersten Container für Haina.

Waldeck-Frankenberg. Vor einem Jahr haben 17 der 22 Kommunen aus Waldeck-Frankenberg in Litauen 86 Wohncontainer (Mobile-Homes) bestellt, um damit auf die damals hohe Zahl von Flüchtlingen zu reagieren, die im Landkreis untergebracht werden mussten. Ein Jahr später sind die Flüchtlingszahlen deutlich gesunken, und einige Kommunen sind bereits dabei, ihre Container wieder zu verkaufen.

„Wir sind in Verhandlungen mit Campingplätzen“, sagt etwa der Lichtenfelser Bürgermeister Uwe Steuber über seine fünf Mobile-Homes. „Ziel ist, sie noch vor dem Winter zu verkaufen.“

Nur in Frankenberg und Allendorf sind bisher Container mit Flüchtlingen bewohnt. Etwa 60.000 Euro haben beide für die Herrichtung ausgegeben. In den meisten anderen Orten sind bis auf den Kaufpreis von insgesamt 1,27 Millionen Euro, den der Kreis bezahlt und mit den Städten und Gemeinden verrechnet hat, noch keine Kosten entstanden.

Einige Kommunen haben aber schon in Anschluss und Einrichtung investiert, Bad Wildungen zum Beispiel rund 75.000 Euro für vier Container, Volkmarsen 30.000 Euro für zwei. „Die Benutzung ist vorgesehen“, sagt Bürgermeister Hartmut Linnekugel.

Die meisten Kommunen sehen die Mobile-Homes noch als „stille Reserve“, sollten die Flüchtlingszahlen wieder steigen. Einige denken auch an eine alternative Nutzung, etwa als Jugendraum, wie Diemelsee. „Wir prüfen Verwertungsmöglichkeiten“, sagt auch Bromskirchens Bürgermeister Karl-Friedrich Frese.

So oder so stehen aber alle Bürgermeister zur Entscheidung von 2015: „Bedingt durch die von der Bundesregierung zu verantwortende massenhafte illegale Einwanderung konnten die Kommunen nicht anders handeln, als Vorsorge mit dem Kauf der Container zu treffen“, sagt zum Beispiel Wildungens Bürgermeister Volker Zimmermann.

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