Marktplatz: Ausstellungsstück möchte ins Wasser

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Begeisterter Segler: Eilert Busch segelt seit 65 Jahren und trennt sich nur schweren Herzens von dem Kielzugvogel.

Schön, schnittig und anmutig steht der Kielzugvogler mit dem Baujahr 2000 auf dem Sliptrailer, die großen Segelflächen zeugen davon, dass er sich auch im Wasser des nahen Edersees sehr gut machen würde. Doch bislang hat das Schiff Wasser nur in Regenform gesehen.

„Es ist noch jungfräulich und hat auch noch keinen Namen“, überrascht Verkäufer Eilert Busch. Schweren Herzens trennt sich der 80-Jährige von dem Oldtimer-Segler, der einst ein Gesellenstück der Bootswerft Hillmann aus Hessisch-Lichtenau war. „Ich brauche keine zwei Schiffe“, sagt Eilert Busch, der seit 65 Jahren segelt und bei vielen Regatten im In- und Ausland dabei war. Auch bei der Kieler Woche war er schon mehrfach zu Gast. „Deshalb habe ich diese Schönheit nach Hemfurth in die Bootswerkstatt Edersee zu Timo Sandrock gebracht, wo es Interessenten gerne genauestens unter die Lupe nehmen können.“

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Marktplatz: Ausstellungsstück möchte ins Wasser 

Dieser Kielzugvogel verfügt über einen GFK-Rumpf, ein Holz-Deck aus Mahagoni sowie Scheuerleisten und Plicht aus Teak und auch das Ruderblatt wurde aus Holz gefertigt. Es wird komplett mit Segeln und Harbeck-Sliptrailer verkauft. Die Rumpf-Länge des Schiffes beträgt 5,70 Meter, maximale Breite 1,88 Meter, Masthöhe 7,80 Meter. Der Tiefgang mit abgesenktem Kiel liegt bei 0,90 Meter, die Segelfläche am Wind ist 20 Quadratmeter. Der Rumpf wiegt 200 Kilogramm, das Gewicht mit Kielwinde aufholbarem Kiel liegt bei 140 Kilogramm.

„Das Schiff stand immer sicher und abgedeckt in der Halle und wurde nur hervorgeholt, wenn es zu Ausstellungen mitgenommen wurde“, berichtet der Lebensmittelimportkaufmann, der einst dafür sorgte, dass nur die besten Trockenfrüchte für eine hochwertige Schokolade verwendet wurden. So war das Schiff zum Beispiel in Düsseldorf zu Gast auf der „boot“, um dort Werbung für die Bootswerft Hillmann zu machen.

Obwohl das Knickspant-Boot noch nie im Wasser war, hat Eilert Busche viele Erfahrungen damit gesammelt. Denn dabei handelt es sich um einen Nachbau seines anderen Schiffes aus dem Jahr 1978. „Mein Sohn und seine Frau haben darauf sogar schon übernachtet, indem sie die Zelt-Persenning wie ein Dach nutzten, um preisgünstig an auswärtigen Regatten teilnehmen zu können“.

Sehr genau erklärt der geborene Kieler die Einzelheiten des Schiffes, während er gemeinsam mit Timo Sandrock mit Hilfe der Stagreiter das Vorsegel anschlägt, schließlich soll das Schiff aufgeriggt in seiner ganzen Pracht überzeugen. So erfahren zum Beispiel Landratten, wozu die Lenzschächte da sind, dass man sich mit den Füßen in die Sicherungsseile einhakt, wenn das Schiff beim Segeln in Schräglage kommt und dass man die Bleibombe mit dem Kiel absenken kann und muss, wenn das Schiff zu Wasser gelassen wird. Verschiedene Staumöglichkeiten werden präsentiert, die schönen Harken-Beschläge gelobt und auch der Hinweis, dass man das Schiff mit einem Außenbordmotor am Heck ausstatten könne, darf nicht fehlen.

Ein schönes Boot für Freizeit-Segler

Für die Ansprüche einer heutigen Regatta sei das Schiff wohl nicht mehr geeignet, dafür sei es einfach nicht schnell genug. Die Söhne von Eilert Busch haben daher sportlichere Boote, die sie bei Wettkämpfen nutzen. Die Enkelkinder sind selbst keine großen Segelfans. Aber dennoch könne man mit dem Segelschiff viel Freude und Spaß erleben, etwa, wenn man damit auf dem Edersee segeln geht, ist sich der Bad Homburger sicher. „Ich persönlich brauche aber keine zwei Schiffe, deshalb trenne ich mich nun nach 16 Jahren von dem Schiff. Ich wünsche mir sehr, dass der Kieler von jemandem gekauft wird, der Freude an ihm hat, ihn weiterhin so gut pflegt und schließlich auch dafür sorgt, dass das Schiff ins Wasser kommt.“ (Gitta Hoffmann)

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