Neue Sprachförderkraft für die Korbacher Kindergärten

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Korbach. Jennifer Müller hat als Sprachförderkraft in den Korbacher Kindergärten begonnen. Bürgermeister Klaus Friedrich und Sozialamtsleiterin Ute Ehringhausen stellten die 26-jährige Korbacherin, die bislang als Erzieherin im Kindergarten Laake beschäftigt war, am Donnerstag im Rathaus vor.

Die Kreisstadt sei die einzige Großgemeinde der Region, die über Kindergarten-Sprachförderkraft verfüge, betonte Bürgermeister Friedrich: „Und da sind wir auch stolz drauf.“

Wichtiges Ziel der Arbeit von Jennifer Müller ist es, die Sprachförderung in der täglichen Gruppenarbeit der Kindergärten zu intensivieren. Die Erzieherin, die bereits einen Workshop für „Spielerische Erfahrung mit Schreiben, Sprach- und Leseförderung für die Kleinsten“ absolviert hat, wird im Kindergarten Kunterbunt im Eidinghäuser Weg angesiedelt und auch in der Einrichtung in der Strother Straße tätig sein.

Nach Jennifers Müllers Angaben möchte sich bei Kindern mit Sprachproblemen eine bewusste Auseinandersetzung mit „Sprache lernen, sprechen lernen“ wecken. Dies soll unter anderem mit gemeinsamen Liedern, Gedichten, Fingerspielen sowie beim Geschichtenvorlesen und Bilderbücheranschauen geschehen. Alle Angebote, die mit Kommunikation funktioieren, sollten gefördert und im Kindergartenalltag eingesetzt werden, erklärte Müller.

Möglich macht das Angebot ein Bundesprogramm. Unterstützt wird die Kreisstadt dabei durch die Initiative „Schwerpunkt Kitas Sprache und Integration“ des Bundesfamilienministeriums. Für die Beschäftigung der zusätzlichen Kindergärten-Sprachförderkraft von März 2011 bis Ende 2014 erhält die Stadt Korbach 95 000 Euro.

Die Eltern von Kindern mit Sprachschwierigkeiten - und zwar mit und ohne Migrationshintergrund - sollen als Partner gewonnen werden. „Wir nehmen den Eltern nicht die Verantwortung ab“, betonte Marion Kurth, Leiterin des Kindergartens Kunterbunt. Man wolle ihnen vielmehr Impulse geben, damit sie in der Familie bewusst miteinander sprechen. Kurth: „Wir möchten erreichen, dass sich die Angebote von Pädagogen und Eltern ergänzen und - auch bei knappen Zeitressourcen - im Austausch entwickeln.“

Schon seit dem Jahr 2007 gibt es mit Unterstützung des Landes Hessen eine Sprachförderung für die Korbacher Kindergärten. 160 bis 200 Kinder werden nach Angaben von Sozialamtsleiterin Ehringhausen regelmäßig in Kleingruppen und meist einmal wöchentlich gefördert. „Der Bedarf ist jedoch weitaus größer“, betonte Ehringhausen. Daher freue man sich, mit Jennifer Müller noch mehr für die Sprachkompetenz der Korbacher Kinder tun zu können.

Von Andreas Hermann