Spezialzug der Deutschen Bahn hat nachts Schienenbeläge im Landkreis beseitigt

Kraftprotz mit sensibler Messtechnik: An der Spitze des Fahrzeugs nehmen Wirbelstrom-Prüfgeräte, die unter der Lok angebracht sind, das Längs- und Querprofil der Schienenoberfläche auf. Foto: Kobbe 

Korbach. Wenn Matthias Döring mit seiner achtköpfigen Mannschaft loslegt, ist der Zug abgefahren. Mit ihrem gelben Arbeitsgerät folgen sie der letzten planmäßigen Bahn. Dann ist die Strecke für wenige Stunden frei, um den Gleisen wieder ein glattes Profil zu verschaffen und Oberflächenfehler zu beheben.

Dies erledigt ein 83 Meter langer und 360 Tonnen schwerer Schienenschleifzug, angetrieben von drei Dieselmotoren mit jeweils 1000 Kilowatt (1380 PS) Leistung. Zusammen also rund 4000 PS.

Der Koloss war seit Anfang des Monats im Nachteinsatz im Streckennetz der Kurhessenbahn unterwegs: auf den Linien R 4 (Korbach–Ahnatal/Weimar) und R 42 (Frankenberg–Korbach–Willingen).

Warum wird geschliffen? Eine glatte Gleisoberfläche sorgt für weniger Verschleiß bei Radreifen und Rädern der Züge, spart Kraftstoff und sorgt für mehr Passagierkomfort.

„Eagle One“ heißt die Maschine des US-amerikanischen Herstellers Loram (Minnesota), die erst 2013 von der Bahn als Spezialanfertigung angeschafft wurde. Zwei dieser Schleifzüge haben zusammen rund 40 Millionen Euro gekostet.

Seit Mai 2015 arbeitet Matthias Döring, gelernter Elektriker und Gleisbau-Meister, als Maschineneinsatzleiter. Fünf bis sechs Nachtschichten hintereinander folgen drei bis vier freie Tage: so lautet die Regel, „die aber nicht immer einzuhalten ist“, wie Döring berichtet. Ab Freitag ist er etwa wieder in der Nähe von Karlsruhe tätig, buchstäblich immer auf Achse.

Mehr zum Verlauf der Arbeiten im Landkreis Waldeck-Frankenberg lesen Sie in der gedruckten Donnerstagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

Von Thomas Kobbe

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