Fußweg abgerissen: Herzhäuser kritisieren Kurhessenbahn

Sie sehnen sich nach dem alten Gehweg: (von links) die Herzhäuser Maria Stein, Karl-Heinz Stein, Johanna John, Michael John, Friedrich Bohland, Kathrin John, Helmut Best, Betty John, Herbert Rommel, Maja Best und Karl-Heinz Best. Foto: nh

Herzhausen. In Herzhausen gibt es Protest im Zusammenhang mit der Bahn-Reaktivierung. Am Bahnübergang bei Herzhausen ist ein etwa 80 Meter langer Fußgängerweg zurückgebaut worden.

Jetzt müssten die Anwohner die Straße entlanggehen, um ins Dorf oder zur künftigen Bahnhaltestelle zu gelangen.

„Wir wollen unseren Gehweg wieder, für unsere Sicherheit und die Sicherheit unserer Besucher und Feriengäste.“ Helmut Best äußert sich klar. Er hat einen Protest initiiert, mit dem Ziel, dass am Bahnübergang bei Herzhausen Richtung Alter Bahnhof wieder ein Gehweg entsteht. Der bisherige war im Zuge der Bauarbeiten der Kurhessenbahn entfernt worden.

Der etwa 80 Meter asphaltierter Gehweg sei Ende April zurückgebaut worden. Der Weg befand sich zwischen den Bahngleisen und der Landesstraße Richtung Buchenberg. Helmut Best ist einer der Anwohner südlich des Dorfes, die den Weg jahrelang genutzt haben, um zu Fuß nach Herzhausen zu gelangen. Seit Jahrzehnten hatte es dort einen Fußpfad gegeben, und seit den 70er-Jahren war es ein asphaltierter Weg. „Die einzige Verbindung ins Dorf“, sagt Helmut Best. „Dann kam die Kurhessenbahn und plante, der Gehweg sei nach über 115 Jahren plötzlich zu gefährlich nah an der Bahnlinie und riss ihn kurzerhand ab.“

Jetzt müssten die Anwohner die Straße entlanggehen, um ins Dorf oder zur künftigen Bahnhaltestelle zu gelangen. „Es ist unverständlich, den Gehweg wegzureißen, vor allem wegen der Sicherheit“, beklagt Helmut Best. Dabei denkt er auch an seine achtjährige Tochter, die den Weg zur Schule nutze und an einen Nachbarn, der einen Rollator braucht.

Helmut Best hatte die Entwicklung von Beginn an beobachtet und seine Bedenken auch beim Landkreis geäußert, sagt er. Von der Kurhessenbahn habe er die Rückmeldung bekommen, dass der Gehweg nicht benötigt werde, da der alte Bahnhof nicht als Haltestelle betrieben werde. Die neue Haltestelle befindet sich weiter nördlich, noch näher am Ort.

Best will sich mit weiteren Anwohnern dafür einsetzen, dass sie wieder einen Gehweg bekommen. Seine Sorgen hat er auch an den Vöhler Bürgermeister Matthias Stappert herangetragen. Stappert sagte der HNA, dass die Gemeinde bereits im Herbst 2013 unter dem damaligen Bürgermeister Plünnecke den Plänen zugestimmt hatte, den Gehweg zu beseitigen. Nach den Bauarbeiten am Bahnübergang einen neuen Gehweg zu bauen, wäre aus der Sicht der Kurhessenbahn teuer und nicht notwendig gewesen, erklärte er. „Da leben Menschen, die dorther müssen, wenn sie zu Fuß nach Herzhausen wollen“, sagte Stappert. „Das ist aber eine schmale Ecke.“

Sein Ziel ist es, mit allen Beteiligten herauszufinden, ob es eine Lösung gibt, die alle zufrieden stimmt. Daher hat der Bürgermeister neben Helmut Best auch Vertreter der Kurhessenbahn und des Landkreises für ein Gespräch am kommenden Mittwoch, 24. Juni, eingeladen. „Die Situation sollte entschärft werden.“

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