Schmittlotheimer züchten die seltene wildfarbige Warzenente

Schmittlotheim. Rund 50 seltene Haustierrassen gibt es in der Arche-Region Frankenau. In einer Serie stellen wir einige davon vor. Diesmal: Die Warzenenten der Familie Zarges aus Schmittlotheim.

Das Geschnatter im Garten der Familie Zarges ist mitunter ohrenbetäubend. Die gesamte Familie von Opa bis Enkel züchtet Enten und das schon seit vielen Jahrzehnten. Die Stars unter ihnen sind allerdings die Warzenenten im seltenen Farbenschlag wildfarbig. Die wildfarbenen Tiere sind nicht einfach nur schwarz, vielmehr schimmern die die Federn auf ihrem Rücken metallgrün und die Schnäbel der Jungtiere färben sich momentan ins typische, leuchtende Rot. Die ausgeprägte charakteristische Warze hat allerdings nur der erwachsene Erpel auf dem Schnabel.

Gezüchtet werden die Tiere mit viel Sorgfalt von Friedhelm Zarges. „Das Züchtergen habe ich von meinem Vater“, sagt der 66-Jährige. Er selbst war allerdings der Erste in der Familie der Warzenenten züchtete. Den Anfang machte ein Entenpärchen, dessen Besitzer er auf einer Tagung des Sondervereins der Entenzüchter Deutschlands Ende der 70er- Jahre kennenlernte. Die Tiere hatte dieser Züchter aus Südamerika eingeführt, der ursprünglichen Heimat der Tiere. Schnell folgte ein zweites Paar und die Zucht begann.

Sonderlich beliebt seien die Tiere bei vielen Züchtern allerdings nicht, besonders die wildfarbigen, sagt Zarges. Vielleicht seien es die scharfen Krallen und die Kraft der Ente. „Weiße gibt es einige, die wildfarbigen sind allerdings sehr selten“. Ein Grund könnte sein, dass beim Rupfen die schwarzen Kiele steckenbleiben, wird nicht zur richtigen Zeit geschlachtet, und das sehe nicht so schön aus.

Neben dem Arterhalt, geht es dem Züchter auch ums Fleisch: „Das ist äußerst schmackhaft“, sagt Zarges. Zu Weihnachten gebe es bei ihnen immer auch einige Bestellungen aus der Familie und dem Bekanntenkreis. Aber natürlich würden die Enten nicht nur gegessen, sondern auch auf Schauen gezeigt.

Dort ist Zarges schon öfters erfolgreich gewesen und hat viele Auszeichnungen gewonnen. Das Geheimnis des Erfolges sei neben der Pflege auch ein Glücksfall: Der Bach, an dem die Zarges wohnen. „ Wasser ist einfach das Element der Ente“. Man sehe sofort den Unterschied zwischen Enten, die nur eine Wanne zur Verfügung haben und denen, die Zugang zu einem Gewässer.

Dass es den Enten bei Zarges gefällt, zeigt sich auch dadurch, dass sie bleiben. Denn Warzenenten können fliegen. Mitunter sitzt eine der Enten auch mal auf dem Schornstein. Aber: „Uns ist noch keine abhanden gekommen“, sagt Zarges.

 

Service: Der Archeverein zeigt die seltenen Haustierrassen beim Archetag, der zusammen mit der Direktvermarktermesse des Landkreises am Sonntag, 25. September, von 11 bis 18 Uhr rund um Kellerwaldhalle und Arche-Info-Zentrum in Frankenau stattfindet.

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