VW Baunatal: Einmaliges Programm zur Prostatakrebs-Früherkennung

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    • 03.03.13
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Deutschlandweit einmaliges Programm

Früherkennung Prostatakrebs: 2775 VW-Mitarbeiter untersucht

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Baunatal. Seit anderthalb Jahren bietet VW in Baunatal das Programm zur Früherkennung der bei Männern am häufigsten verbreiteten Krebsart an. 2775 männliche Mitarbeiter ab 40 Jahre wurden seither untersucht. 8197 Beschäftigte dieser Altergruppe gibt es insgesamt am Standort.

VW in Baunatal: Deutschlandweit einmaliges Programm zur Früherkennung von Prostatakrebs

© Kühling

Ultraschalluntersuchung: Prof. Dr. Björn Volkmer (von links) und Prof. Dr. Reinhard Nöring stellen mit Patient Holger Kunold noch einmal eine Situation im Behandlungsraum im VW-Gesundheitswesen nach. Bei dem 50-jährigen Mitarbeiter war Prostatakrebs diagnostiziert worden.

„Innerhalb von zwei, drei Wochen war die Prostata draußen.“ Holger Kunold ist die Erleichterung über das schnelle Handeln der Ärzte und seines Arbeitgebers VW immer noch deutlich anzumerken. Bei einem Gesundheitscheck im November im VW-Werk in Baunatal hatte das zumindest in Deutschland bei einem Arbeitgeber einmalige Programm zur Früherkennung von Prostatakrebs gegriffen. Kunold lebte mit einem schnell wachsenden bösartigen Tumor der Prostata.

118 Mitarbeiter wurden mit Verdacht auf Krebs in die Sprechstunde von Prof. Dr. Björn Volkmer, Chefarzt der Klinik für Urologie am Klinikum Kassel, weitergeleitet. Diese Sprechstunde findet regelmäßig direkt im VW-Werk statt. 20 Mitarbeiter, bei denen ein bösartiger Tumor diagnostiziert wurde, wurden schließlich behandelt, überwiegend mit Operation. „Keiner hatte vorher Beschwerden“, sagt Volkmer über die Heimtücke der Krankheit. Bei nahezu allen Patienten bestehe eine gute Chance auf dauerhafte Heilung.

Dass das Baunataler Werk als einziger VW-Standort dieses medizinische Angebot bietet, geht auf eine Initiative von Werkleiter Prof. Hans-Helmut Becker zurück. Sein engster Mitarbeiter sei vor einigen Jahren an den Folgen von Prostata-Krebs gestorben, berichtet Becker. Dieser tragische Fall sei seine persönliche Motivation gewesen, etwas zu tun. Bald nach dem Tod seines Mitarbeiters habe er mit dem Klinikum Kassel, im Detail dann mit Björn Volkmer, dieses Modell entwickelt, erläutert der Werkleiter.

Video aus dem Archiv: Vorsorge-Untersuchung

„Weltweit einmalig“

Selbst am VW-Stammsitz Wolfsburg gebe es so etwas bisher noch nicht, so Becker. Prof. Dr. Reinhard Nöring, Leiter des Gesundheitswesens in Baunatal, vermutet sogar, dass weltweit kein vergleichbares Früherkennungsprogramm bei einem Arbeitgeber installiert ist. Über den sogenannten PSA-Wert im Blut macht sich Volkmer auf die Suche nach Prostatakarzinomen. „Wir wollen die entdecken, die für Patienten lebensgefährlich werden“, sagt der Mediziner und warnt vor der weit verbreiteten Annahme: „Jeder denkt, Prostatakrebs ist der Krebs des alten Mannes.“

Holger Kunold, der in Halle 1 des Werkes im Messraum arbeitet, ist jedenfalls voll des Lobes über die Initiative seines Arbeitgebers und die Betreuung durch die Mediziner. Er habe allen seinen Arbeitskollegen gleich geraten, ebenfalls zur Vorsorgeuntersuchung zu gehen, berichtet der 50-Jährige. Dann hält Kunold noch einmal inne, berichtet von der Zeit, als er die Diagnose Krebs erfahren hat und von der wohltuenden Reaktion des Chefarztes: Volkmer habe ihn in den Arm genommen und gesagt: „Holger, das kriegen wir schon hin.“

Von Sven Kühling

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