Lohfelden: Kahlschlag am Fahrenbach

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    • 07.02.14
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Anwohner kritisieren Baumfäll-Aktion in Vollmarshausen

Kahlschlag am Fahrenbach

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Lohfelden. Im Lohfeldener Ortsteil Vollmarshausen haben umfangreiche Rodungsarbeiten am Fahrenbach und am Naturfreundehaus zu massiver Kritik von Anwohnern und Naturschützern geführt.

Fassungslos: Tanja Nöding-Vaupel kritisiert eine Rodungsaktion im Auftrag der Gemeinde Lohfelden, der am Fahrenbach in Vollmarshausen viele Weiden und Erlen zum Opfer fielen. Fotos: Wohlgehagen

© Wohlgehagen

Fassungslos: Tanja Nöding-Vaupel kritisiert eine Rodungsaktion im Auftrag der Gemeinde Lohfelden, der am Fahrenbach in Vollmarshausen viele Weiden und Erlen zum Opfer fielen.

Nach einer ersten Schätzung sind der von der Gemeinde Lohfelden in Auftrag gegebenen Maßnahme weit mehr als 50 zum Teil groß gewachsene Bäume und naturschutzrechtlich sensible Unterholzflächen zum Opfer gefallen. Die Arbeiten sind von einer Fachfirma ausgeführt worden.

„Das ist ein Kahlschlag, so grün wie es einmal war, wird es hier nicht mehr werden“, sagte Anwohnerin Tanja Nöding-Vaupel (42) der HNA. Auf beiden Seiten des Bachs seien teilweise „völlig gesunde“ Erlen und Weiden bis auf den Stumpf abgeholzt wurden. Sie bedauere, dass man damit gerade dem Grünspecht als Vogel des Jahres jegliche Nistmöglichkeiten genommen habe.

Das sieht Heidi Ackermann (59) wie zahlreiche weitere Bürger ähnlich: Die Bäume seien überwiegend intakt gewesen, das habe mit Verkehrssicherung nichts zu tun. Am Naturfreundehaus sehe es aus „wie nach einem Taifun“, sagte die Vollmarshäuserin, die sich bei der Unteren Naturschutzbehörde beschwert hat.

Die Gemeindeverwaltung rechtfertigte die Rodungsaktion, die zur Abwendung von Gefahren für Anwohner und spielende Kinder erforderlich und mit der Unteren Naturschutzbehörde sowie mit dem Agenda-Arbeitskreis Umwelt und Naturschutz abgestimmt gewesen sei. Es habe sich um morsche, vom Pilz befallene oder durch den Bachlauf unterspülte Bäume gehandelt, heißt es in einer Presseerklärung. „Wir hatten darum gebeten, mit Augenmaß vorzugehen und beispielsweise die Erlen nicht komplett wegzunehmen“, sagte Dr. Ingo Aselmann von der Unteren Naturschutzbehörde der HNA.

Seine Organisation sei über die „in diesem Ausmaß überzogenen“ Rodungen am Bachlauf in Vollmarshausen nicht informiert worden, sagte Manfred Henkel. Der Vorsitzende der Nabu-Ortsgruppe kritisierte auch die umfangreichen Abholzungen in der Nähe des Naturfreunde-Hauses. Die seien in diesem Umfang ebenfalls unnötig gewesen: „Man kann den Eindruck gewinnen, dass an dieser Stelle Flächen für eine Bebauung freigemacht werden sollten“, kritisierte Henkel.

Von Hans-Peter Wohlgehagen

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