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Hochspannungsleitung Wahle – Mecklar: Streit um Masten im Dorf

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Hochspannungsmast
Hochspannungsmasten mitten durch Lohfelden: Die Überlandleitungen, die die Lohfeldener Ortsteile Ochshausen (hinten links) und Vollmarshausen (hinten rechts) trennen, werden nach dem Willen des Netzbetreibers Tennet stehen bleiben. Die Gemeinde fordert eine Verlegung, damit Lohfelden hier weiter zusammenwachsen kann. © Schindler

Lohfelden / Kaufungen. Die beiden Hochspannungsleitungen, die die Gemeinde Lohfelden durchschneiden, werden nach dem Willen des Netzbetreibers Tennet auch weiter dort verlaufen. Das teilte Tennet-Sprecher Markus Lieberknecht auf Anfrage der HNA mit.

Es gebe „keine energiewirtschaftliche Notwendigkeit, die Leitungen herauszunehmen“.

Das sieht Bürgermeister Michael Reuter (SPD) ganz anders. „Die Ausverlagerung ist für uns noch nicht vom Tisch“, sagte das Gemeindeoberhaupt der HNA. „Ich bin im Gespräch mit dem Land.“ Ob die Beseitigung der beiden bestehenden Leitungen mit 380.000 Volt und 110.000 Volt allerdings gelingt, ist auch für ihn offen. „Am Schluss muss man sehen, was es kostet“, sagte Reuter. Für die Ausverlagerung müsste die Gemeinde tief in die Tasche greifen.

Auf der anderen Seite von Vollmarshausen – zwischen den Wohnhäusern und dem angrenzenden Wald am Heupelsberg – sieht der Tennet-Sprecher allerdings Möglichkeiten: Man prüfe, ob auf diesem Abschnitt wie auch bei Kaufungen-Papierfabrik eine Bündelung der bestehenden 110 kV-Leitung und der geplanten 380 kV-Leitung Wahle - Mecklar möglich sei. Dazu führe man bereits Gespräche mit der Deutschen Bahn, die diese 110 kV-Leitung betreibt.

„Wir würden die 110 kV-Leitung mitnehmen“, sagt Lieberknecht, und meint damit, sie an einem dritten Querträger an die neuen Hochspannungsmasten zu hängen. Die 110 kV-Leitung sei mit 200 Meter ohnehin zu nah am Ort, 400 Meter müssten es heute mindestens sein.

Außerdem wolle man die Beeinträchtigung des Landschaftsbildes reduzieren und so die Akzeptanz für die neue Trasse steigern. „Wir gehen das offensiv an“, sagte der Tennet-Sprecher. Aber: „Die Bahn ist ein eigenes Unternehmen.“

Die Gemeinde Lohfelden und eine Bürgerinitiative von Anwohnern hatten die Ausverlagerung der Hochspannungsleitungen aus der Ortslage vehement gefordert. Dies würde ein Zusammenwachsen der Lohfeldener Ortsteile ermöglichen und die Wohnqualität der Häuser unter den Leitungen deutlich steigern. Etliche Anwohner hatten über gesundheitliche Belastungen durch die Stromleitungen geklagt.

Auch der Petitionsausschuss des Hessischen Landtags hatte sich vor einem Jahr für die Bündelung starkgemacht. „Diese einstimmige Empfehlung des Hessischen Landtags kann man nicht einfach vom Tisch fegen“, sagte der Ausschuss-Sprecher, SPD-Landtagsabgeordneter Timon Gremmels aus Niestetal, damals.

Von Holger Schindler

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