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Weiter Ärger um Schäden in Gagfah-Wohnungen am Baunsberg

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Wolf Zimmermann vor Haus Birkenallee 51 © Foto Dilling

Baunatal. Der Ärger um Wohnungen des Unternehmens Gagfah am Baunsberg in Altenbauna dauert an. Mieter beklagen Risse in Mauerwerk und Fundamenten, ferner Schimmel, zugige Keller und verdreckten Spielsand.

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Bereits im Februar waren Mieter mit Beschwerden über Risse in den Häusern, Feuchtigkeit, Schimmel, ungepflegte Außenanlagen und Mieterhöhungen an die Öffentlichkeit gegangen. Getan habe sich seitdem wenig, kritisieren Mitglieder der Mietergemeinschaft.

Etwa 100 Mieter hätten sich allein beim Mieterbund über Ärger mit der Gagfah beschwert, schätzt Wolf Zimmermann von der Mietergemeinschaft. Die Gagfah habe bisher nur einen Bruchteil der Beschwerden abgearbeitet, sagt er. Die schmutzigen und verwurzelten Sandspielplätze zählten nicht dazu.

Eine Reihe von Bewohnern wehre sich mit Mietminderungen gegen die Zustände, berichtet Zimmermann. Die bekämen dann oft einfach eine Mahnung und den Hinweis, dass bei Nichtzahlung der Miete die Kündigung drohe. So sei es ihm auch ergangen, erzählt Rentner Wolfgang May. Er hat sich nach einer Beratung durch den Mieterbund geweigert, 47 Euro mehr Nebenkostenvorauszahlung zu leisten.

Zimmermann wehrt sich gegen eine zweite Mieterhöhung innerhalb kurzer Zeit. Die Gagfah gebährde sich mehr als "Renditemaschine" denn als verantwortungsvoller Vermieter, sagt der ehemalige VW-Mitarbeiter. Der Mieterbund bestätigt im Wesentlichen die Vorwürfe der Mietergemeinschaft, in der sich rund 30 Bewohner zusammengeschlossen haben, und auch die hohe Zahl der Beschwerden. Die Mängel an den Wohnungen seien wohl überwiegend auf Bauschäden zurückzuführen, glaubt der Geschäftsführer des Kasseler Mieterbundes, Ingo Groß.

Auf berechtigte Mietminderungen gehe die Gagfah oft nicht ein. Stattdessen würden Mahnungen verschickt. Dann verlaufe die Sache im Sande. Seines Wissens sei die Gagfah noch in keinen Fall vor Gericht gezogen, sagt Groß und empfiehlt Mietern, sich nicht einschüchtern zu lassen. Die Gagfah weist die Vorwürfe zurück. Es gebe nur 20 Fälle von Mietminderungen, in wenigen davon habe man rechtliche Schritte eingeleitet, sagt Pressesprecherin Bettina Benner.

Die Miethöhe halte sich im rechtlichen Rahmen. Im Übrigen nehme man alle Beschwerden ernst, gehe ihnen auf den Grund und schalte sogar unabhängige Gutachter ein. Schäden würden umgehend beseitigt. Kurzfristig werde man auch den Spielsand austauschen lassen, Angebote würden bereits geprüft. (pdi) 

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