Drei Geschäfte in Melsungen mit neuen Inhabern

Klein, aber fein: Helga Lang in ihrem Geschäft Gusto an der Brückenstraße. Auf 40 Quadratmetern gibt es Wohnaccessoires und Spezialitäten. Sie setzt auf außergewöhnliche Produkte. Foto: Dewert

Melsungen. In der Melsunger Innenstadt tut sich was: Drei Leerstände sind binnen kurzer Zeit verschwunden.

In der ehemaligen Metzgerei an der Kasseler Straße eröffnet Ende des Monats ein Burger-Restaurant, ebenfalls an der Kasseler Straße hat eine Papeterie das Geschäft von Charlys Floh übernommen und an der Brückenstraße eröffnete gestern das Gusto, ein Geschäft für Wohnaccessoires und ausgewählte Feinkost.

Ein weiteres Geschäft in exponierter Lage bekommt einen neuen Mieter. Die Textilkette Ernstings Family wechselt die Straßenseite und zieht in den Neubau der städtischen Wohnungsbaugesellschaft an der Kasseler Lage. Wie es im dann leerstehenden Geschäft weitergeht, konnte die Stadt nicht beantworten.

Der gerade einmal 40 Quadratmeter große Laden, in dem jetzt das Gusto eröffnet hat, stand jahrelang leer. Helga Lang, die neue Inhaberin, ist aber von ihrem Konzept überzeugt. Die Lösung für Leerstandsprobleme seien eben auch kleine Geschäfte mit einem auf die Einwohner zugeschnittenem Sortiment oder wie bei ihr: Mit Waren, die es so noch nicht zu kaufen gebe.

Die HNA hatte vor einigen Wochen auf die dramatische Leerstandssituation hingewiesen. „Die Stadt hat in der aktiven Vermittlung von Ladengeschäften nur beschränkte Möglichkeiten“, sagt Markus Boucsein, Melsungens Bürgermeister. Man könne aber öffentlichkeitswirksam arbeiten, die Attraktivität der Stadt hervorheben und sichern. „Das muss natürlich in Zusammenarbeit mit dem Einzelhandel und den Einwohnern passieren“, sagt er. Denn die Menschen müssten auch in Melsungen einkaufen wollen, damit potenzielle Einzelhändler ein Wagnis eingingen.

Dazu müssen sich aber auch die Einzelhändler bewegen: Lange Öffnungszeiten und keine Mittagspausen seien zeitgemäß. Denn: „Der Wettbewerb findet online und auf der grünen Wiese statt. Und außerdem: „Wir haben eine Anzahl von Hauseigentümern, die ihren Leerstand nicht zur Verfügung stellen wollen. Das betrifft leider Wohnungen und Geschäfte. Das ist zwar beklagenswert, aber nicht zu ändern. Auch wenn wir den anderen Weg gehen und Ketten ansprechen, hören wir meist, dass die Kaufkraft nicht ausreicht oder die Flächen zu klein sind.“ Insbesondere Lebensmittelmärkte wollen Geschäfte mit 900 bis 1000 Quadratmetern aufwärts. Das fehlt aber in Melsungen.

Von Damai D. Dewert

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