Auszeichnung im Hessischen Landtag

Tierheim Beuern erhält Tierschutzpreis: Illegale Welpen aus Rumänien gerettet

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Glücklich mit Husky Maee: Petra (von links) und Thomas Bonatesta, Mandy Lindner und Jessica Bonatesta haben ihren Hund aus dem Tierheim in Beuern. Am Wochenende waren sie beim Fest zu Gast.

Beuern. Der Verein „Ein Heim für Tiere" - Träger des Tierheims Beuern - wurde am Dienstag im Hessischen Landtag in Wiesbaden mit dem Hessischen Tierschutzpreis ausgezeichnet.

Das teilte der Vereinsvorsitzende, Ralf Pomplun, am Sonntag anlässlich der Tierheimfestes mit. Der Preis ist mit 3000 Euro dotiert und wird von Umweltministerin Priska Hinz überreicht. Eine 35-köpfige Delegation nahm an der Preisverleihung teil.

Mit dem Preis würdigt die Landesregierung herausragendes Engagement im Tierschutz. Man erhalte den Preis für die Unterbringung und Versorgung von 17 Welpen vier verschiedener Rassen, so Pomplun. Mitglieder des Tierschutzvereins Neukirchen hatten Ende Juni 2015 auf einem Anhänger die 17 Welpen entdeckt. Sie waren illegal aus Rumänien eingeführt worden und sollten illegal verkauft werden.

„Wir haben den Tieren das Heranwachsen in der Quarantäne ermöglicht, ihnen die Sozialisierung in der Isolation ermöglicht." Die Quarantäne war vom Veterinäramt verordnet worden, weil man nicht wusste, ob die Tiere geimpft waren oder ansteckende Krankheiten hatten. Danach konnte das Tierheim alle Hunde vermitteln. Ziel des Vereins sei der Ausbau zu einem Tierschutzzentrum für den Schwalm-Eder-Kreis mit tierärztlicher Behandlungsstation.

Am Wochenende wurde außerdem Tierheimfest gefeiert. Dank des Tierheims Beuern hat der zweijährige Huskie-Mix Maee Petra, Thomas und Tochter Jessica Bonatesta aus Edermünde Glück und Freude gebracht. „Ohne Maee kann man sich unser Leben gar nicht mehr vorstellen", erzählte die Familie am Sonntag beim Tierheimfest in Beuern. Ein Beispiel, wie Menschen einem fremden Tier eine neue Heimat geben und es lieben.

Aschermittwoch musste man den 13 Jahre alten Retriever-Mix einschläfern lassen. Im Tierheim Beuern lernte die Familie Maee kennen. Eine Familie aus Kassel hatte die Hündin abgegeben, weil sie mit einem anderen Hund nicht klargekommen war.

Beim Gassi-Führen schlossen die Bonatestas die Hündin ins Herz und sagten bald: „Die geben wir nicht mehr her, ein toller Hund." Thomas Bonatesta wollte eigentlich keinen Hund mehr. „Aber Maee kam, sah und siegte, das ist mein Mädel, ein echtes Familienmitglied", sagt der Familienvater heute. Und erzählt, wie schön es ist, wenn das Tier die Familie morgens weckt: „Und dann wird geschmust."

Marina Muhr aus Großalmerode hatte sich im Vorjahr während eines Praktikums im Tierheim in Chihuahua-Mix Luke verliebt. Am Sonntag gab viele Streicheleinheiten im ehemaligen Zuhause.

Derzeit betreut das Tierheim-Team - sieben feste Mitarbeiter, ein Auszubildender, zwei Bundesfreiwilligendienstleistende und über 20 Ehrenamtliche - 38 Hunde und 78 Katzen sowie Kleintiere.

Die Mitarbeiter gaben einen Einblick in ihre Arbeit und bekamen viel Lob und Anerkennung. „Der sehr gute Besuch unseres Festes ist ein Beweis dafür, dass sich viele tierbegeisterte Menschen bei uns wohlfühlen", sagte Ralf Pomplun, Vorsitzender des Tierschutzvereins „Ein Heim für Tiere".

Zu den Attraktionen gehörten die Vorführung der Suchhunde-Staffel Werra-Meißner und der Greifvogelauffangstation von Lutz und Regina Rochelmeyer aus Beiseförth. Die geplante Vorführung der Hundeschule von Corinna Bachmann fiel einem Wolkenbruch zum Opfer. Als danach die Sonne wieder schien, begeisterte Karin Mielke die Zuschauer mit ihrer Hundeschule Pony Alfons. Alfons gibt - wie ein Hund - Pfötchen, macht Männchen, kann rechnen, lässt sich geduldig die Zähne putzen - eine tolle Vorstellung für ein dankbares Publikum.

Welpen gerettet

Zwölf Hundewelpen sind derzeit im Tierheim Beuern in Quarantäne. Sie wurden aus Litauen illegal eingeführt und sollten in Deutschland illegal verkauft werden: Die etwa zwölf Wochen alten Hunde waren Ende Juni in Bad Wildungen sichergestellt worden. Anwohner hatten die Tiere in einem Fahrzeug entdeckt und die Polizei informiert. Inzwischen geht es allen Tieren gut, bis zum 20. September bleiben die Welpen und Quarantäne. Dann sollen sie an Tierfreunde vermittelt werden.

Noch nicht vermittelt ist der Border Collie-Mix (ca. 6 Jahre), den eine Frau am 1. Februar an der Autobahn 49 bei Gudensberg gefunden hatte.

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