Surfen mit Nano-Stationen

Ab Sommer 2013 gibt’s schnelles Internet in sechs Felsberger Stadtteilen

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Milchtüte für schnelles Internet: Wie eine Milchtüte sieht das Gerät aus, das jeder Haushalt in sechs Felsberger Stadtteilen für schnelleres Internet installieren kann. Im Bild von links Heinrich Kern vom Bauamt, Bürgermeister Volker Steinmetz und Oliver Reitz von der Firma OR Network.

Felsberg. Mit einer weißen Milchtüte im Internet surfen - das ist künftig in sechs Felsberger Stadtteilen möglich. Die Milchtüte ist natürlich keine, sondern sieht nur so aus und ist eine so genannte Nano-Station, also das Endkundengerät.

Möglich macht das schnelle Internet in den Stadtteilen eine Förderung des Bundes zur Breitbandversorgung des ländlichen Raumes.

Alles fing mit Fragebögen an, die an alle Haushalte verteilt wurden. So sollte der Bedarf an schnellem Internet ermittelt werden. Es gab zwar nur mäßigen Rücklauf. Dennoch stellte sich heraus, dass sechs Stadtteile den Mindestbedarf von fünf Prozent überschritten hatten. Und somit ist für sie das Projekt des Ausbaus der Felsberger Breitbandversorgung durch eine Förderung des Landes (aus einem Topf des Bundes) gesichert.

Die sechs Stadtteile sind Altenbrunslar, Neuenbrunslar, Hesserode, Hilgershausen, Melgershausen und Niedervorschütz. Dort gibt es zurzeit Leistungen von 0,4 Megabit pro Sekunde. Die schnellsten Leitungen liegen üblicherweise bei 16 Megabit. „Aufgrund immer größere Datenmengen ist für viele schnelles Internet wichtig“, sagt Bürgermeister Volker Steinmetz.

Die Breitbandversorgung übernimmt die Firma OR-Network aus Reiskirchen (Landkreis Gießen). Sie hat nach eigenen Angaben bereits 300 Orte in Hessen im alternativem Breitband versorgt.

In Felsberg läuft alles über den Heiligenberg: „In der Historie war der Heiligenberg bedeutend für Felsberg“, sagte Bürgermeister Volker Steinmetz, „und jetzt rückt er in die Front der Moderne vor.“ Auf dem 393 Meter hohen Berg steht nämlich ein Funkturm der Eon, der als Verteilstation dient (siehe Artikel rechts). Die Breitbandversorgung funktioniert mittels Richtfunk. „Die Elektrosmog-Belastung wird in den Dörfern nur ein Zwangzigstel eines Handys betragen“, sagt Oliver Reitz, Geschäftsführer von OR Network.

Im Frühjahr 2013 sollen die Planungen abgeschlossen sein. Geschäftsführer Reitz rechnet damit, dass im Sommer 2013 die ersten Kunden über eine schnelle Leitung surfen, Mails verschicken und kommunizieren können. Es gibt Verträge über zwölf und 24 Monate, deren Kosten je nach Schnelligkeit der Datenleitung variieren - zwischen 2 und 16 Megabit pro Sekunde werden angeboten.

Die Stadt beteiligt sich an den Kosten der Deckungslücke, die aus den Investitionen der Firma OR-Network und den Kundeneinkünften resultieren. Angesetzt wurden 80.000, das bedeutet einen Anteil für die Stadt in Höhe von 32.000 Euro zu. Den Rest der Deckungslücke wird aus dem Bundestopf finanziert.

Im Frühjahr sind Informationsveranstaltungen in den betroffenen Stadtteilen geplant, kündigt Bürgermeister Steinmetz an.

Von Claudia Feser

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