Gutachter in Guxhagener Totschlagsprozess: Angeklagte ist schuldfähig

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    • 01.03.12
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Gutachter in Guxhagener Totschlagsprozess: Angeklagte ist schuldfähig

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Kassel/Guxhagen. Der Psychiater und Psychologe Georg Stolpmann ist ein Mann der vielen Worte. Als Gerichtsgutachter jedenfalls pflegt er alles ausführlich zu erklären: seinen Auftrag, seine Erhebungen, seine Tests. Bis er die getroffenen Diagnosen präsentiert, kann schon mal eine Stunde vergehen.

So war das auch am Donnerstag im Prozess um den Totschlag an einem 83-Jährigen aus Guxhagen. Mit Kerzenständer und Messer soll eine 61-Jährige aus Zierenberg ihren 83-jährigen Großonkel getötet haben.

Doch soviel der Arzt auch redete - das was die beiden Verteidiger gern gehört hätten, war offenbar nicht dabei. Stolpmann hatte die 61-jährige Angeklagte begutachtet. Er sollte sich dazu äußern, ob aus medizinischer Sicht die Voraussetzungen dafür vorliegen, eine verminderte Schuldfähigkeit der Frau anzunehmen. Und er sollte sagen, ob eine Unterbringung in der Psychiatrie oder in einer Entzugsklinik infrage komme.

Stolpmann erklärte, er habe keine Anhaltspunkte dafür. Zwar diagnostizierte er der 61-Jährigen eine mittelgradige depressive Episode in der Zeit vor der Tat. Er nahm auch eine Alkoholabhängigkeit an. Zum konkreten Alkoholkonsum an jenem Tag im November 2011 und zu dessen Auswirkungen aber konnte der Arzt nichts sagen.

Die Angeklagte selbst hatte keine Angaben dazu gemacht - sie sagt, sie könne sich an nichts erinnern. Sie sagt aber auch, sie sei damals „immer unter Alkohol gewesen“.

Stolpmann verwies auf Zeugenaussagen, die gegen eine gestörte Steuerungsfähigkeit sprächen: Die Leiche des 83-Jährigen sei mit Decken abgedeckt gewesen, als man sie fand - das spreche für zielgerichtetes Verhalten. Und der Ehemann der Angeklagten habe sie an jenem Tag zwar als niedergeschlagen, nicht aber als alkoholisiert erlebt. Die Verteidiger Jan Hörmann und Michael E. Kuntze fragten nach Wechselwirkungen zwischen Medikamenten, die ihrer Mandantin verordnet worden waren und die sie - zusätzlich zu möglichem Alkoholkonsum - eingenommen haben könnte. Sie fragten nach Szenarien, die die Erinnerungslücke erklärbar machen würden. Und sie stellten schließlich einen Befangenheitsantrag gegen Stolpmann.

Die Schwurgerichtskammer lehnte den Antrag ab. Ob eine verminderte Schulfähigkeit angenommen wird oder nicht hat am Ende sie zu entscheiden - das Gutachten bietet dabei nur Hilfestellung.

Von Katja Schmidt

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