Autobahnabschnitt bei Dörnhagen

Nach Unfällen: Hessen Mobil will Situation an A7-Baustelle kritisch prüfen

Erschreckende Parallele: Genau eine Woche nach dem Unfall mit drei Toten ist es am Dienstag auf der A  7 zwischen Guxhagen und dem Südkreuz Kassel wieder zu einem Auffahrunfall gekommen. Dabei prallte ein Tankzug (Foto oben) vor der Baustelle auf einen am Stauende stehenden Lastwagen. Die Fahrer wurden leicht verletzt. Das Stauende befand sich hinter einer Kuppe (Foto rechts). Fotos: Shuhaiber  

Fuldabrück / Guxhagen. Nach dem neuerlichen Auffahrunfall zweier Lastwagen am Dienstagnachmittag vor der A 7-Baustelle bei Fuldabrück-Dörnhagen will Hessen Mobil den Streckenabschnitt im Hinblick auf die Stausituation „nochmals kritisch überprüfen".

Das erklärte Horst Sinemus, Sprecher der Straßenbaubehörde, am Mittwoch auf HNA-Anfrage. Nach der Überprüfung werde man „gegebenenfalls geeignete Maßnahmen ergreifen".

Übersetzt heißt dies: Akut wird es keine zusätzliche Absicherung gegen Unfälle, etwa in Form von Warntafeln und Blinklichtern, an dem neuralgischen Punkt geben.

Und das, obwohl der Unfall am Dienstagnachmittag zwischen Guxhagen und dem Südkreuz Kassel ebenso fürchterliche Folgen hätte haben können wie der Horror-Crash genau eine Woche zuvor, als eine dreiköpfige Familie aus Niedersachsen in den Trümmern ihres Wohnmobils starb.

Ein Lastwagen, der von einem 50-jährigen Tschechen gesteuert wurde, war am Stauende offenbar ungebremst auf das Fahrzeug aufgefahren.

Wäre der Tankzug am Dienstag nicht auf einen vorausfahrenden Lastwagen, sondern erneut auf ein Wohnmobil oder einen Personenwagen gekracht, hätte es wieder Tote geben können. So ging die Sache für den Lkw-Fahrer glimpflich ab: Er wurde nur leicht verletzt.

Während Hessen Mobil noch prüft, ob Konsequenzen aus den Unfällen gezogen werden müssen, handelt die Polizei bereits. Die Autobahnpolizei fahre in dem Bereich verstärkt Streife, sagte Sprecher Torsten Werner auf Anfrage. Ziel sei es, „die Aufmerksamkeit der Verkehrsteilnehmer zu erreichen - das ist das Geheimnis.“ Zum einen patrouilliert laut Werner inzwischen ein spezielles Fahrzeug in diesem Bereich, das die Geschwindigkeit der Lastwagen per Video aufzeichnet und den Abstand zwischen den Fahrzeugen misst.

Dadurch könnten zu schnelle Verkehrsteilnehmer direkt aus dem Verkehr gezogen und verwarnt werden. Zum anderen könne bei einem Stau ein Warn-Fahrzeug vor der Gefahrenstelle platziert werden, um die Verkehrsteilnehmer auf die Situation aufmerksam zu machen.

Mehrere Tote bei schwerem A7-Unfall nahe Guxhagen

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