Verein in Felsberg will Gebäude erwerben – Dokumentationszentrum mit Museum geplant

Jüdisches Leben in der Synagoge

Die Synagoge früher und heute: Das Bild oben war im Stadtarchiv bei einer Schau über das Leben in Felsberg und den Stadtteilen bis 1939 zu sehen und zeigt die noch unverputzte Synagoge, das Bild unten zeigt den Sandsteinbau unter Putz. Fotos: Müller-Neumann/Schaake

Felsberg. Die ehemalige Synagoge an der Ritterstraße in Felsberg soll wieder Synagoge und ein Dokumentationszentrum werden. Das ist das Ziel eines bereits 20 Mitglieder zählenden Vereins, der am Sonntag im Mehrgenerationenhaus Felsberg gegründet worden ist.

Rettung der Synagoge Felsberg – das ist laut Satzung der Name des Vereins. Initiator ist Christopher Willing aus Gensungen. Der Diplom-Ingenieur für Tief- und Wasserbau ist Vorstandsmitglied der jüdischen liberalen Gemeinde Emet we Shalom – Wahrheit und Frieden – Nordhessen.

Der Verein hat den Zweck, so heißt es in der Satzung, „das Gebäude und Grundstück der ehemaligen Synagoge Felsberg zu erwerben, denkmalgerecht zu sanieren und ihren Original-Zustand wieder herzustellen“. Im Eingangsbereich soll ein Museum entstehen, das das jüdische Leben in Nordhessen über die Jahrhunderte dokumentiert.

„Unser Ziel ist, den Ankauf in den nächsten zwei Jahren zu realisieren”, sagt Willing. Seit vielen Jahren wird die Synagoge gastronomisch genutzt. Für die Wiederbelebung möchte der Verein Fördergeld und Spenden einwerben. In der Satzung hat der Verein diese Ziele formuliert: •  Förderung des interreligiösen Kennenlernens und der Toleranz durch Veranstaltungen, besonders für die Jugend. •  Verbreitung von Wissen über die jüdische Religion und die jüdischen Traditionen. •  Aufrechterhaltung und Förderung des gegenseitigen Interesses und des Dialogs zwischen Juden und Nichtjuden sowie aller Religionen. •  Veranstaltung von kulturellen Seminaren.

Vorträge und Lernkreise

Geplant sind öffentliche Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen und Lernkreise, die sich mit dem interreligiösen Dialog und dem Judentum befassen. Die Mitglieder haben laut Satzung die Möglichkeit, an jüdischen Gottesdiensten und anderen Veranstaltungen in der Synagoge teilzunehmen. An jüdischen Feiertagen kann die Synagoge von der örtlichen jüdischen Gemeinde genutzt werden und so eine Brücke zwischen früher und heute schlagen, wie Willing formulierte. „Der Verein ist selbstlos tätig“, heißt es in der Satzung, „er verfolgt keine eigenwirtschaftlichen Zwecke“.

Erster Vereinsvorsitzender ist Christopher Willing, sein Stellvertreter Thomas Bruinier, Kassenwart Burckhard Tosberg. Fünf Beisitzer sollen noch berufen werden. Kassenprüfer sind Gitta Hentschker-Kranixfeld und Uwe Lengen. Kontakt: Christopher Willing, E-Mail: wiotec@gmx.de

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Von Manfred Schaake

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