Kleine Büchereien zunehmend in Gefahr

Melsungen. Die Bücherei in Melsungen ist Spitzenreiter im Schwalm-Eder-Kreis: Die Bibiliothek hatte im vergangenen Jahr 20 750 Ausleihen.

Das sind 5250 mehr als noch 2013. In dem Jahr ist die Bücherei in größere Räume umgezogen und konnte auch ihren Bestand erweitern. Damit steht Melsungen dem Trend entgegen, den die Deutsche Bibliotheksstatistik beobachtet: In Deutschland gab es 2011 noch 8130 öffentliche Bibliotheken, 2015 waren es nur noch rund 7600.

Melsungen ist nicht nur bundesweit, sondern auch im Altkreis eher die Ausnahme. Dort zeichnet sich ab, dass die Büchereien in den Städten besser ausgelastet sind als in Gemeinden. Die Mörscher Bibliothek wird laut Leiterin Britta Krusche von Kindern gut angenommen, „aber es könnte mehr sein, gerade bei Erwachsenen“, sagt sie.

Die Öffnungzeiten der Büchereien im Altkreis unterscheiden sich stark: Von zwei Stunden pro Woche in Malsfeld bis zu 14 Stunden in Guxhagen. Allerdings haben alle Büchereien, bis auf Spangenberg und Melsungen, in den Schulferien geschlossen. Auch der Bestand variiert: Melsungen hat 11 500 Medien, Morschen und Körle hingegen unter 5000.

Fast alle Bibliotheken werden von Ehrenamtlichen betreut. Nur Melsungen und Guxhagen beschäftigen hauptamtliche Mitarbeiter. „Die Melsunger lesen gerne und es ist gut bergauf gegangen“, sagt Cornelia Reckelkamm von der Bücherei in Melsungen. Die Schul- und Gemeindebücherei Guxhagen wird von Edgar Farin geleitet. Vier weitere Mitarbeiterinnen vom Förderverein der Schule helfen ehrenamtlich mit. „Wir sind sehr froh darüber, dass die Gemeinde uns unterstützt“, sagt Farin.

Der Großteil der Büchereien im Altkreis befindet sich in kommunalen Gebäuden. In Morschen, Felsberg und Guxhagen sind sie an Schulen angegliedert.

Hintergrund

Die Deutsche Bibliotheksstatistik (DBS) enthält alle wichtigen Daten zu öffentlichen und wissenschaftlichen Bibliotheken. Sie dokumentiert die Arbeit von deutschen Büchereien und ermöglicht somit einen Leistungsvergleich anhand von statistischen Daten in den Bereichen Ausstattung, Bestand, Entleihungen, Finanzen und Personal.

Die Erstellung der DBS gehört zu den Aufgaben des Kompetenznetzwerks für Bibliotheken (knb). Derzeit umfasst die DBS rund 10 000 Bibliotheken. Für 2015 haben rund 7800 Bibliotheken ihre Daten gemeldet, darunter mehr als 7600 öffentliche Bibliotheken.

www.bibliotheksstatistik.de

Von Lara Thiele

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