Neubau ist sicher: Sanierung der Brücke in Wagenfurth nicht rentabel

Entscheidung ist gefallen: Wagenfurth bekommt nach Grebenau jetzt auch eine neue Fuldabrücke. Offen ist noch, wann der Bau beginnt und was das Ganze kosten wird. Archivfoto: Grugel

Körle. Wagenfurth bekommt eine neue Brücke über die Fulda. Die erneute Sanierung der alten Fuldabrücke lohne sich nicht mehr, teilte Landrat Winfried Becker mit.

Offen sei allerdings noch, wann mit dem Bau der Brücke begonnen wird und wie hoch die Kosten sein werden. Der Landkreis habe nun ein Planungsbüro beauftragt, verschiedene Varianten für den Neubau zu ermitteln, so Becker.

Mängel an der Brücke 

Bei einer Untersuchung waren Mängel an der Brücke festgestellt worden. Daraufhin wurde entschieden, dass die Brücke aus Sicherheitsgründen auf zwölf Tonnen abgelastet werden muss. Bisher läuft der Verkehr aber noch wie gewohnt. Insbesondere deshalb, weil für die Firmen Osterholz und Dieling aus Wagenfurth, die mit ihren Langtransporten regelmäßig die Brücke passieren, noch eine geeignete Umleitung eingerichtet werden muss. „Ich gehe davon aus, dass die Umleitung für den Schwerverkehr für mindestens drei Jahre bestehen wird“, sagt Becker. Denn für den Neubau der Brücke müssten auch Zuschüsse beim Land Hessen beantragt werden, und außerdem müsse der Brückenbau auch öffentlich ausgeschrieben werden. „Das dauert alles und geht nicht von heute auf morgen.“

Dass die alte Brücke bald auf zwölf Tonnen abgelastet wird, bereitet Hermann Dieling, Seniorchef von Holzbau Dieling in Wagenfurth, Kopfzerbrechen. „Wir können mit unserem Langholzzug auf keinen Fall durch Grebenau fahren.“ Die Ortsdurchfahrt sei viel zu eng für die großen Fahrzeuge. „Da braucht uns nur ein großer Wagen entgegen kommen, dann staut sich da alles, das funktioniert überhaupt nicht“, sagt Dieling. Denkbar sei für ihn nur eine Umleitung über den Radweg nach Lobenhausen.

„Wir müssen uns das mit der Umleitung nochmal ganz genau überlegen“, sagt Landrat Becker. Würde die Umleitung über den Radweg eingerichtet, müsse dieser für Radfahrer gesperrt werden. Das sei keinesfalls ein zufriedenstellender Zustand.

Das sagt Mario Gerhold 

Dass der Schwalm-Eder-Kreis in Wagenfurth eine neue Brücke über die Fulda bauen lassen will, begrüßt Körles Bürgermeister Mario Gerhold sehr. „Das ist eine gute Nachricht, aber wir müssen uns in Geduld üben. "Die Umleitung über den Radweg sei die einzige Möglichkeit. „Wir werden da nicht drumherum kommen, weil es gar keine Alternative gibt", sagt Gerhold.

Hintergrund: Brücke im Zweiten Weltkrieg zerstört 

Schon seit Jahren fordern die Wagenfurther den Neubau der Brücke, die immer wieder ausgebessert wurde. 2012 stand der Neubau schon einmal kurz bevor, damals wurde aber entschieden, dass die Fuldabrücke nach Grebenau wegen des deutlich schlechteren Zustandes zuerst neu gebaut werden muss. Die beiden Fuldabrücken entstanden Anfang des 20. Jahrhunderts.

Die Brücke in Wagenfurth wurde laut der Heimatschrift des Körler Autors Helmut Jacob 1909 gebaut, aber im Zweiten Weltkrieg zerstört. Über Jahre diente eine Holzkonstruktion als Ersatz, 1958 wurde die Wagenfurther Brücke in der heutigen Form wiederhergestellt.

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