Melsunger Medizintechnik- und Pharmakonzern steigerte 2015 den Umsatz

B. Braun nimmt die Sechs-Milliarden-Hürde

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Gute Unternehmenszahlen: Die B. Braun Melsungen AG präsentierte den Geschäftsbericht 2015 im konzerneigenen Schulungszentrum im Bahnhof in Morschen. Im Bild Finanzvorstand Dr. Annette Beller und Prof. Dr. Heinz-Walter Große.

Melsungen. Der Medizintechnik- und Pharmakonzern B. Braun Melsungen AG hat 2015 erstmals die Umsatzhürde von sechs Milliarden Euro genommen.

Aktualisiert um 16 Uhr

Der Gewinn trat allerdings, wie schon im Vorjahr, ziemlich auf der Stelle. Der Konzern beschäftigt weltweit rund 55.700 Mitarbeiter. Am Stammsitz Melsungen ist er mit 6500 Beschäftigten der mit Abstand größte Arbeitgeber. Im vergangenen Jahr legte der Umsatz um 12,9 Prozent auf 6,13 Milliarden Euro zu, was nicht nur guten Geschäften, sondern auch Währungsverschiebungen zu verdanken war: Zu konstanten Wechselkursen gerechnet betrug das Plus 7,3 Prozent. Damit übertraf der nicht börsennotierte Konzern seine eigenen Erwartungen – er hatte mit einem Umsatzplus von vier bis sechs Prozent gerechnet.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag mit 517 Millionen Euro um 7,6 Prozent über dem Vorjahreswert. Unterm Strich schmolz das Plus allerdings zusammen: Der Überschuss fiel mit knapp 320 Millionen Euro nur ein Prozent höher aus als im Vorjahr. Zum einen drückten höhere Steuerzahlungen auf den Gewinn, zum anderen hatte der Konzern 2014 im Zusammenhang mit der Beteiligung an der Rhön-Klinikum AG Sondererträge eingestrichen, die den Gewinn etwas aufgepäppelt hatten.

Größtes Geschäftsfeld von B.Braun blieb auch 2015 die Sparte Hospital Care, die Produkte für die medizinische Versorgung in Krankenhäusern herstellt, gefolgt von der Chirurgie-Tochter Aesculap. Am stärksten wuchsen der Bereich Off Patient Market mit Produkten für Arztpraxen und Pflege sowie die Dialysesparte Avitum. Im laufenden Jahr erwartet B. Braun ein Umsatzplus von vier bis sechs Prozent.

Sorgenkind des Konzerns bleibt das Werk Life N in Melsungen. Die Produktionsstätte für Ernährungslösungen produziert noch immer nur teilweise für den Markt und hinkt den Planungen um drei bis vier Jahre hinterher. „Wir werden am Werk Life N aber noch viel Freude haben“, prognostizierte Große. Trotz des enormen Wasserverbrauchs der Produktionsstätte für Ernährungslösungen und einer möglichen Wasserknappheit in Melsungen seien künftige Erweiterungen der Kapazitäten aber möglich. Im vergangenen Jahr wurde mit den Mitarbeitern der Standortsicherungsvertrag bis 2020 verlängert. In diesem wurde der Anteil der zusätzlich zu leistenden Stunden reduziert. 

Damit sinkt die Ergebnisbeteiligung für die Mitarbeiter auf bis zu 567 Euro (im Vorjahr bis zu 1136 Euro). Die B. Braun Melsungen AG beschäftigt weltweit fast 56.000 Mitarbeiter. Am Stammsitz Melsungen arbeiten 6541 Beschäftigte, damit ist B. Braun einer der größten Arbeitgeber Region.

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