Handys müssen im Schwalm-Eder-Kreis im Schulranzen bleiben

Schwalm-Eder. Auf dem Schulgelände bleibt das Handy ausgeschaltet im Rucksack - so lautet die Regel an den Grundschulen im Schwalm-Eder-Kreis.

Die bundesweite KIM-Studie (Kinder und Medien) des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest hat herausgefunden, dass immer mehr Kinder bereits im Grundschulalter ein eigenes Handy besitzen. Unter den Viertklässlern seien es sogar 60 Prozent.

Die Osterbachschule in Homberg hat die Erfahrung gemacht, dass viele Kinder im Laufe des vierten Schuljahres ein Handy geschenkt bekommen - in Vorbereitung auf die weiterführende Schule. „Manchen Eltern ist es sehr wichtig, dass das Kind für den Schulweg ein Handy dabei hat“, berichtet Schulleiterin Elke Braun. Diese Wünsche dürfe man nicht übergehen. Das Handyverbot werde von den Schülern kaum missachtet. „Nur ein Mal wurde ein Filmchen gedreht, was den gefilmten Schülern nicht recht war“, sagt sie.

Die Grundschule am Schloth in Melsungen bezieht eine klare Stellung: „Handys gehören nicht in Kinderhand“, sagt Schulleiterin Karin Muche. Es habe Whatsapp-Gruppen mit Mobbingvorfällen gegeben. „Das schwappt dann in den Unterricht zurück“, sagt Muche.

Kathrin Vaupel, stellvertretende Schulleiterin der Eckhard-Vonholdt-Schule in Schwalmstadt, berichtet, dass es in der Schule keine Notwendigkeit für Handys gibt: Über das Sekretariat könne ein Kind seine Eltern kontaktieren und bei Notfällen im Klassenzimmer hätten die Lehrer ein Mobiltelefon dabei.

In allen drei Schulen gibt es Internetkurse an Computern, bei denen die Kinder in Kontakt mit der digitalen Welt kommen. Man will geeignete Webseiten vorstellen und dann darauf hinweisen, dass diese auch an anderen Endgeräten aufrufbar sind, erklärt Vaupel.

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