Katzenschutzverordnung gilt ab 1. Oktober

Katzenhalter in Melsungen müssen Tiere künftig kastrieren

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Katzenhalter aufgepasst: Wird ein unkastriertes Tier beim Freigang aufgegriffen, so wird dem Halter auferlegt, dies nachzuholen und die Katze kennzeichnen zu lassen und zu registrieren. 

Melsungen. Alle Melsunger Katzenbesitzer müssen ihre Tiere ab Oktober kennzeichnen, registrieren und kastrieren lassen.

Jedenfalls, wenn die Katzen unkontrollierte Freigänger sind. Ab dem 1. Oktober gilt die erste Melsunger Katzenschutzverordnung.

Wie viele Tierhalter betroffen sind, ist unklar, da Katzen nicht meldepflichtig sind.

Trotz wiederholter Angebote der Guxhagener Katzenhilfe und des Tierheims Beuern, Katzen kastrieren zu lassen, seien viele der Fundtiere unkastriert, heißt es von der CDU, die im Parlament den Erlass einer Katzenschutzverordnung beantragt hatte.

Fundtiere

In Guxhagen werden im Jahr durchschnittlich 100 bis 120 Tiere aufgenommen. Etwa 20 Prozent seien nicht kastriert, sagt Johanna Büchling vom Verein Guxhagener Katzenhilfe. Vor allem seien die Tiere auch nicht registriert. Im Tierheim Beuern sind es jährlich ebenfalls etwa 20 Tiere, die unkastriert aufgenommen werden. Wenn die Tiere gekennzeichnet sind, also tätowiert oder mit einem Mikrochip versehen, lasse sich der Halter oft herausfinden. Den versuche man dann zu kontaktieren. „Viele Katzenhalter glauben fälschlicherweise, dass ein Chip oder eine Tätowierung ausreicht“, sagt Büchling. Mit der ausgelesenen Zahl könne man allerdings nur etwas anfangen, wenn das Tier bei Tasso, dem zentralen Haustierregister, auch eingetragen sei. „Das muss schon jeder selbst für seine Katze machen.“ Bei gekennzeichneten Katzen warte man. Aber auch diese Katzen gehen irgendwann in die Vermittlung.

Verordnung

Betroffen sind alle Halter, deren Tiere rausgehen und dabei nicht nur im eigenen Garten herumstromern. Ausgenommen sind Katzen unter fünf Monaten und auf Antrag Rassekatzen, die für die Zucht eingesetzt werden. Als Halter einer Katze gilt, wer ihr regelmäßig Futter gibt.

Wer vorsätzlich oder fahrlässig der Verordnung wiederholt zuwider handelt, kann mit einer Geldbuße von bis zu 5000 Euro belegt werden.

Kosten

Die Kastration einer Kätzin ist teurer als die eines Katers. Für einen Kater werden etwa 60 bis 80 Euro für die Kastration und das Einsetzen eines Chips fällig. Der schlägt nochmal mit etwa 15 Euro zu buche. Die Registrierung bei Tasso ist kostenlos. Für eine Kätzin kostet dasselbe mit 120 Euro etwa doppelt so viel.

Verwilderte Katzen

Nach Schätzungen des Kitty-Forums Nordhessen und des Landestierschutzbeauftragten gibt es in Nordhessen mehrere Hundert verwildert lebende Hauskatzen. Die Population würde ohne eine Kastrationspflicht deutlich stärker steigen.

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