Der Mann der vielen Muskeln

Melsunger Bodybuilder ist in Men's Physique Klasse erfolgreich

Melsungen. „Dicke Arme -nichts im Kopf": Mit diesem Vorurteil wird Martin Jurischka, 29, oft konfrontiert. Der Melsunger Bodybuilder ist in der Men's Physique Klasse erfolgreich.

Die Vorurteile vieler Menschen gegenüber dem Bodybuilding sieht er gelassen. „So lange kein Schönheitswahn ausbricht und man sich wohl in seinem Körper fühlt und gesund ist, dann ist alles in Ordnung“, sagt er.

Der Beginn 

Mit 18 Jahren hat Jurischka angefangen, ins Fitnessstudio zu gehen. „Ich war 1,83 Meter groß, habe 70 Kilo gewogen und hatte sehr dünne Arme“, sagt er. Sein Ziel war es, Masse aufzubauen, breiter zu werden. Vor zwei Jahren nahm er das erste Mal bei einem Wettkampf in der Men’s Physique Klasse teil. 2015 wurde er Hessischer Meister und holte den dritten Platz bei der Deutschen Meisterschaft.

Die Disziplin 

„Viele Leute glauben, Menschen mit Muskeln haben nichts anderes zu tun, als zu trainieren und haben nichts im Kopf“, sagt der gelernte Bürokaufmann. Das sei oft falsch. Außerdem helfen der Sport und auch die Wettkämpfe bei der persönlichen Entwicklung. „Disziplin, Willensstärke, Selbstbewusstsein und ein gutes Körpergefühl sind gefordert“, erklärt Jurischka.

Disziplin muss er vor allem vor den Wettkämpfen beweisen. Zwölf Wochen vorher beginnt er, zehn Kilo Gewicht herunter zu trainieren, damit die Muskeln sichtbarer werden. Von 92 auf 82 Kilo. „Man lebt für den Tag X. Das ist toll, weil man auf ein Ziel hinarbeitet, es fällt mir aber auch schwer, weil ich sehr gerne esse“, sagt Jurischka. Burger seien sein Leibgericht.

Die Ernährung 

Um seine Masse an Muskeln zu füttern, isst er regulär zwischen 3500 und 4000 Kalorien am Tag. Vier bis fünf Mahlzeiten seien das. „Abends koche ich vor und mache sechs Tupperdosen voll“, sagt er. Viel Eiweiß, langkettige Kohlenhydrate und wenig Fett stehen auf seinem Speiseplan. Aber allein das reicht nicht aus. Ein Eiweiß-Isolat, BCA-Aminosäuren, Zink, Magnesium, Kreatin, Omega 3 und Vitamine nimmt er zusätzlich. „Nahrungsergänzungsmittel sind oft Geldmacherei“, sagt er. Produkten, die einem das Blaue vom Himmel versprechen würden und das in besonders kurzer Zeit, stehe er kritisch gegenüber.

Anabolika seien für ihn tabu: „Sie schaden der Gesundheit, und das beißt sich mit meinem Selbstverständnis eines gesunden Körpers“, sagt Jurischka. Er selbst habe noch nie Anabolika verwendet.

Der erste Schritt 

Wenn im Fitnessstudio neben ihm 16-jährige Jungs mit einer zwei Kilo schweren Hantel stünden, dann fühle er sich keinesfalls überlegen oder würde dies belächeln. „Ich finde es toll, wenn sich Leute ins Studio trauen - jeder fängt einmal klein an, aber es ist erstmal super, überhaupt anzufangen, etwas für seinen Körper zu tun“, sagt er.

Rubriklistenbild: © Frangenberg

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