Ehrenamtliche helfen beim Deutschlernen

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Lernen gemeinsam: Amir Abbasi, Samir Ahmadi, Elfriede Konheiser, Lehrerin Tanja Schütz, Britta Krusche, Brigitte Ludwig sowie Jawad und Renad Alkouifi (im Uhrzeigersinn). 

Morschen. Die Aktion „Kinder für Nordhessen“ hilft seit 2007, die Chancen benachteiligter Kinder in Grundschulen zu erhöhen und damit den Lernerfolg für alle Grundschüler zu verbessern.

Morschen. Sprache ist für die Integration das A und O. Deshalb lernen Amir, Samir, Jawad und Renad fleißig Deutsch. Unterstützt werden sie dabei nicht nur von ihren Lehrern, sondern auch von Britta Krusche, Brigitte Ludwig und Elfriede Konheiser. Die drei Frauen sind ehrenamtlich an der Georg-August-Zinn-Schule in Morschen tätig und helfen den Jungen und dem Mädchen, ihre Deutschkenntnisse zu verbessern. Die HNA-Aktion Kinder für Nordhessen fördert das Projekt mit 1200 Euro.

Von dem Geld seien Lernmaterialien und spezielle Lernhefte angeschafft worden, sagt Schulleiter Michael Appel. Aber es werde den Kindern, die aus Afghanistan, Syrien und dem Iran kommen, auch ermöglicht, zum Beispiel an Ausflügen teilzunehmen. Die Kinder haben großen Spaß am Lernen und seien sehr motiviert, berichten Britta Krusche, Brigitte Ludwig und Elfriede Konheiser.

Zwei- beziehungsweise einmal die Woche lernen die Ehrenamtlichen mit den Kindern. Anfangs noch während der Deutschstunden - doch an diesen können sie mittlerweile teilnehmen. „Bereits nach einem halben Jahr konnten sie im regulären Unterricht teilnehmen“, sagt Tanja Schütz. Sie ist Lehrerin der dritten Klasse, die Samir, Amir und Jawad besuchen. Renad geht in die zweite Klasse.

Entstanden sei die Idee, Ehrenamtliche mit in die Integrationsarbeit der Schule einzubinden, eigentlich aus der Not heraus, sagt Schulleiter Appel.

Die Kinder kamen Ende des vergangenen Jahres an die Schule ohne jegliche Deutschkenntnisse. Eine Intensivklasse werde aber erst ab zehn Kindern eingerichtet. Ab dem Frühjahr hätte die Schule zwar Anspruch auf 4,5 zusätzliche Lehrerstunden gehabt, aber er hätte sie im vergangenen Schuljahr personell nicht besetzen können, sagt Appel. In diesem Schuljahr sei das anders. In der Klasse von Tanja Schütz ist jetzt an 4,5 Stunden eine zusätzliche Kraft zur Unterstützung. Doch die Ehrenamtlichen werden ihre Arbeit fortsetzen. Denn Spaß am Lernen haben nicht nur die Kinder, sondern auch die drei Frauen.

Auch sie erfahren eine Menge über den Alltag in den Herkunftsländern der Kinder und die Flucht nach Deutschland.

Jede hat ihre eigene Methode, um mit den Kindern zu lernen. Elfriede Konheiser hat zum Beispiel Tipps von ihren Enkelkindern bekommen, welche Spiele sie mitnehmen könnte. „Ich hab mir auch Landkarten und Baderegeln besorgt und spreche mit den Kinder darüber“, sagt Konheiser. Britta Krusche ist begeistert, wie offen und dankbar die Kinder die Hilfe annehmen. „Da bekommt man wirklich ganz viel zurück“, sie.

Dass es keine Intensivklasse in Morschen gibt und die Kinder gemeinsam lernen, findet Brigitte Ludwig gut. „So klappte Integration doch viel besser“, sagt Ludwig.

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