66 Jahre alte Musiktruhe

Marktplatz: Der Klang der Wirtschaftswunderjahre

Vor 66 Jahren war das Hightech: die Musiktruhe von Ralf Sohn.

Spätestens Mitte der 1950er-Jahre begann der Siegeszug der sogenannten Musiktruhen in deutsche Wohnzimmer.

Ausgestattet mit einem Radio und einem Plattenspieler eröffneten die Truhen in den Wirtschaftswunderjahren dem Massenpublikum die Welt der Information und der Musik. Zum damaligen Zeitpunkt stellten Musiktruhen gewissermaßen den Höhepunkt der Unterhaltungselektronik dar und sind somit auch ein Stück Zeit- und Technikgeschichte.

Erste Anlage der Eltern

Seit über 60 Jahren ist die Familie von Ralf Sohn im Besitz eines solchen Musikschranks. „Das war die erste Anlage meiner Eltern und mein erster Dualplattenspieler“, erzählt der 65-Jährige. Nach dem Tod der Mutter erbte der Altmorschener das gute Stück und ist nun auf der Suche nach einem Liebhaber historischer Unterhaltungstechnik. „Meine heiligen Hallen sind schon vollgestellt und wir brauchen einfach Platz“, erklärt der Musikliebhaber schmunzelnd den Hintergrund für den Verkauf.

Anlage ist funktionsfähig

Nicht nur auf den ersten Blick macht die ehrwürdige Musiktruhe der Marke Telefunken einen guten Eindruck. Alle Knöpfe und Schalter sind vorhanden, das Radio und der Plattenspieler funktionieren einwandfrei. Selbst eine originalgetreue Bedienungsanleitung findet sich hinter den Schranktüren. „An und für sich ist die Anlage in Ordnung, könnte aber durchaus aufgearbeitet werden“, sagt Ralf Sohn.

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Marktplatz: Klang der Wirtschaftswunderjahre: 66 Jahre alte Musiktruhe sucht neuen Besitzer

Das Interessante an seiner Anlage seien die drei Geschwindigkeiten, erklärt der Rentner fachmännisch: „Damit kann man Single, LP und Schellackplatten abspielen. Es kann natürlich nicht in Stereo sein, die Anlage hat ja nur einen Lautsprecher.“

Der 65-Jährige weiß, wovon er spricht. In den 1970er-Jahren legte der EDV-Fachwirt in seiner Freizeit acht Jahre lang als Discjockey zunächst in der „Löwen Klause“ in Melsungen und dann im „Lord Nelson“ in Wolfhagen auf. Bis heute verfügt Ralf Sohn über eine beeindruckend Sammlung von Schallplatten und Plattenspielern. „Am liebsten mag ich Musik der 1970er-Jahre. Ich hab schon einmal überlegt Günther Jauch vorzuschlagen eine „Wer wird Millionär“-Sondersendung ausschließlich über Musik zu machen“, erzählt der Altmorschener augenzwinkernd.

Unter Sammlern begehrt

Auch wenn zur damaligen Zeit Musikschränke Massenprodukte waren, so haben gut erhaltene und vor allem funktionsfähige Exemplare mittlerweile Seltenheitswert, sagt der 65-Jährige. Für seine Anlage möchte Ralf Sohn noch 145 Euro haben und steht potenziellen Käufern auch gern mit Rat zur Seite: „Ich kenne jemanden, der auch heute noch solche Anlagen wartet und repariert.“ (zmh)

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