Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Verdächtigen

Postzusteller hortete tausende Briefe

Briefe und Päckchen im Wagen: Der inzwischen entlassene Mitarbeiter der Post.

Felsberg. Auf Post und Pakete der Felsberger war eine Zustellkraft der Deutschen Post aus. Der Diebstahl mehrerer 1000 Briefe und zahlreicher Pakete handelte dem jungen Postangestellten eine Strafanzeige mit dem Verdacht der Unterschlagung sowie die sofortige Kündigung seines Arbeitsverhältnisses ein.

Das bestätigten die Staatsanwaltschaft in Kassel und die Post-Pressestelle Frankfurt. Die Polizei Melsungen habe nach Auskunft von Pressesprecher Markus Brettschneider Ende August in einem Felsberger Stadtteil die Postsendungen bei der Wohnungsdurchsuchung des jüngeren Mannes sichergestellt und der Post zur Weiterleitung an die Adressaten übermittelt.

Hausdurchsuchung

Die Ermittlungen hätten ergeben, dass der Felsberger bereits seit April 2009 Briefe unterschlagen hatte. Darüber hinaus habe man eine Vielzahl weiterer entwendeter Gegenstände gefunden. Genauere Angaben über Ausmaß und Motiv der Tat gaben Polizei und Staatsanwaltschaft aufgrund des laufenden Verfahrens nicht preis.

Aufgedeckt werden konnte der Postsendungsdiebstahl mit Hilfe eines Konzernsicherheitskonzeptes der Post. „Sobald innerbetrieblich oder nach Informationen von außen ein Verdacht gegen einen Postangestellten besteht, ermitteln wir gründlich“, so Post-Pressesprecher für den Bereich Nord- und Osthessen, Thomas Kutsch. Diese Vorgehensweise habe auch im aktuellen Fall zum Erfolg geführt.

So hatten sich einige Felsberger mit der Post in Verbindung gesetzt, weil sie Postsendungen vermissten. In einigen Fällen erreichte diese nun mit erheblicher Verspätung die Adressaten.

Entschuldigungsschreiben

Beigefügt war ein Entschuldigungsschreiben der Post, das die Kündigung des Verdächtigten bestätigt: „Ihre Sendung wurde außerhalb unseres Betriebes aufgefunden. Die für die Verzögerung zuständige Person wurde bereits ermittelt und ist nicht mehr für unser Unternehmen tätig...“, lautet die Stellungnahme im so genannten Service-Brief.

„Wir versuchen offensiv mit solchen Vorfällen umzugehen“, erklärt Kutsch das obligatorische Schreiben. „Wir können derartige Fehlverhalten nie zu 100 Prozent ausschließen. Unter 80 000 Postmitarbeitern gibt es leider auch schwarze Schafe“, meinte der Presseprecher Thomas Kutsch.

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