Ein Dach wie ein Blatt

Kunstvolle Konstruktion thront auf der Kirche am Himmelsfels

Spangenberg. Mit dem neuen Kirchendach sind die Arbeiten an der Kirche auf dem Festplatz des Himmelsfels-Geländes noch nicht abgeschlossen.

Bis Oktober muss alles fertig sein, denn dann kommt Bischof Prof. Martin Hein, um die Einweihung der Kirche zu feiern.

Bis vor wenigen Jahren wurde das Gebäude von der Landeskirche Kurhessen-Waldeck als mobile Kirche genutzt, also als sogenannter Fliegender Bau. Das Gebäude wurde etwa bei Gartenfesten und Hessentagen aufgebaut, zuletzt im Jahr 2008 beim Hessentag in Homberg. Danach suchte die Landeskirche einen Abnehmer. Der Himmelsfels bewarb sich und bekam den Zuschlag. Seitdem stand die Kirche jahrelang auf dem Himmelsfels: Sie wurde zwar genutzt, war aber noch unfertig. Denn die mobile Dachplane sollte einem wetterfesten Dach weichen.

Das war schwierig, weil die Architektur der Kirche, eine Ellipse, kaum eine klassische Dachkonstruktion zulässt. Die Planungsarbeiten dauerten ein Jahr. Der erste Entwurf war zu teuer. Wieder wurden viele Modelle gebaut. Unter Leitung von Architekt Thorsten Nörtemann wurden schließlich gegenüberliegende Punkte mit Balken verbunden, die die Konstruktion zusätzlich stützen. Obenauf liegen nun bis zu zwölf Meter lange Polycarbonatplatten, die lichtdurchlässig und biegsam sind. Aufgrund der geschwungenen Form war auch eine herkömmliche Regenrinne nicht möglich. Stattdessen wurde ein Lüftungsrohr mit einer Plane ausgekleidet und als Regenrinne angeschraubt.

Oben Blatt, innen Wald

Die Birken mit ihrem gelben Blättern wachsen bis in den Himmel. Sie scheinen auf dem Dach der Kirche zu stehen. Statt aus Holz sind die Birken aus Alkoholtinte, denn sie sind aufgemalt.

Von oben sieht es aus, als liege ein geschwungenes Blatt auf dem Kirchenbau. Von innen blickt der Besucher in einen Birkenwald. Lampen an den Wandbalken sollen das Birkendach beleuchten. Wer dann am Gipfelkreuz steht, blickt auf den Birkenwald. Der künstlerische Entwurf stammt von Pfarrer Johannes Weth, der zugleich Vorsitzender der Himmelsfels-Stiftung ist. Gebaut wurde das Dach von 20 freiwilligen und ehrenamtlichen Helfern des Himmelsfels'. Es folgen noch sieben Türen und eine Terrasse. Dann wird die Kirche Platz für bis zu 200 Personen bieten und auch als Bühne für den Festplatz dienen.

Die Kosten belaufen sich auf 15.000 Euro, an denen sich die Landeskirche beteiligt hat. Terrasse und Türen werden aus Spenden finanziert.

Die Kirche bietet nicht nur Raum für Teilnehmer der Konfirmanden-Camps, Schülerbesuche und des Gospeltags, sondern vor allem für Christen aller Nationalitäten. Es ist ein Raum der Ökumene. Zur Einweihung im Oktober (siehe Termin) sollen neben Bischof Hein auch Würdenträger anderer christlicher Glaubensrichtungen eingeladen werden. „Hier kann man die Welt erleben“, sagt Pfarrer Johannes Weth.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.