Regelmäßig fliegt er nach Afrika

79-Jähriger aus Spangenberg unterstützt Waisenhaus in Namibia

Besuch in Namibia: Werner Oelze aus Spangenberg (im Bild 3. von links) unterstützt seit Jahren ein Waisenhaus in Omaruru. 2014 sollte seine letzte Reise stattfinden, jetzt fliegt der 79-Jährige aber erneut nach Afrika. Foto: Privat/nh

Spangenberg. Werner Oelze aus Spangenberg unterstützt seit Jahren ein Waisenhaus in der Stadt Omaruru in Namibia.

2014 hatte er sich aus Altersgründen eigentlich von den Kindern und dem Projekt verabschiedet - jetzt hat sich der 79-Jährige aber erneut auf den Weg nach Afrika gemacht, um zu sehen, wie sich das Projekt weiterentwickelt hat. Wir haben vor der Abreise mit ihm gesprochen.

Werner Oelze

„Ich wollte gerne Urlaub machen und habe nach einer Zugfahrt nach Usedom gesucht. Die dauert 15 einhalb Stunden, da dachte ich mir, dass ich genauso gut zehn Stunden nach Namibia fliegen könnte“, sagt Oelze mit einem Lachen.

Seit 2001 begleitet er das Waisenhaus in Omaruru. Aus der Einrichtung mit anfänglich nur sechs Kindern und einer Hausmutter sei innerhalb der letzten 14 Jahre das beste private Waisenhaus Namibias entstanden, erklärt Oelze. Dazu haben besonders der Förderverein Omaruru children’s haven und auch der Rotary-Club Rotenburg-Melsungen beigetragen.

180.000 Euro Spenden

„In den letzten vier Jahren konnten wir durch den Förderverein Omaruru children’s haven 180.000 Euro allein durch Spenden nach Namibia geben“, ist Oelze stolz. Auf 33 Kinder, fünf Hausmütter und fünf Volontäre sei das Waisenhaus bis heute angewachsen. Bei einem Namibia-Urlaub mit seiner Frau Marlene hat Oelze das Haus kennengelernt. „Natürlich hätte ich auch ein Waisenhaus in Deutschland unterstützen können, das ist aber durch die ganzen Ämter und die Bürokratie schwerer“, sagt der 79-Jährige.

Projekt ist Herzenssache

In erster Linie möchte Oelze jetzt in Namibia Urlaub machen. Trotzdem will er auch wissen, wie sich das Projekt entwickelt hat, da eine neue Managerin vor Ort das Waisenhaus übernehmen wird. Bisher stand das Projekt unter der Leitung von Andreas Möckel aus Baunatal, seinen Job übernimmt nun Sonja Prasse aus Bad Salzuflen. „Das Waisenhaus ist ein Teil meines Lebens, ich muss noch einmal zurück“, erklärt Oelze. Besonders wichtig beim Kofferpacken für die Reise sind zwei Dinge: „Mückenschutz und Sonnenschutz - in Namibia sind zurzeit 36-40 Grad“, erklärt er. Für die Kinder aus dem Waisenhaus hat er Bonbons eingepackt.

Mit ihnen verständigt er sich auf Englisch. „Ich habe ihnen Spitznamen gegeben - die meisten kenne ich seit vielen Jahren. Manche nennen mich Opa Werner“, sagt er.

Auch wenn er mit den Kindern 2014 schon einmal seinen Abschied gefeiert hat, meint Oelze jetzt: „Das wird dann wohl wirklich meine letzte Reise nach Namibia sein.“

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