Schloss Spangenberg öffnet später wegen Sturmschäden

Sperrung am Schloss: Sturmschäden im Juli sorgen dafür, dass das Spangenberger Schloss noch monatelang gesperrt sein wird. Foto: Feser

Spangenberg. Nach HNA-Informationen wird sich der Hotel- und Restaurantbetrieb auf dem Spangenberger Schloss mindestens auf Frühsommer 2017 verschieben. Geplant war Sommer 2016.

Der Grund: Sturmschäden am Dach. Und die können existenzielle Folgen für das Pächterpaar haben. Die Nachricht war für Pächterin Silvana Gattschau und ihren Ehemann Arno ein Schock, schließlich stecken sie ihre Ersparnisse in den Umbau, zudem gibt es bereits Verkaufsverhandlungen für ihr Haus in Roßbach/Pfalz. Auf HNA-Anfrage teilt Arno Gattschau mit: „Es ist mir ein Rätsel, warum nun plötzlich das ganze Dach infrage gestellt wird.“ Seiner Meinung nach müssten Verträge eingehalten werden. „Unser Pachtvertrag beginnt am 1. Juni 2016.“ 20 Zimmer inklusive Bäder habe er bereits umbauen lassen. Demnächst sollen die Bauarbeiten zur Wellnesslandschaft im Jagdmuseum beginnen.

Eigentümerin der Immobilie ist das Land Hessen, die Verwaltung übernimmt das Hessische Immobilienmanagement (HI). Das hat die Sturmschäden am Dach reparieren lassen. Zugleich wurde ein Gutachten in Auftrag gegeben. Daraus geht hervor, „dass die derzeitige Dachkonstruktion in seiner Gesamtheit nicht mehr sicher ist“, teilt Pressesprecherin Ate Plies mit. Alle Dächer des Schlosses müssten neu eingedeckt werden. Das sind 3300 Quadratmeter Dachfläche, was etwa so groß wie ein halbes Fußballfeld ist. Nach ersten Schätzungen des HI belaufen sich die Baukosten auf 1,6 Millionen Euro.

Bürgermeister Peter Tigges erfuhr von der HNA von der verschobenen Eröffnung: „Das ist echt ein Ding!“. Er hofft, dass die Eröffnung nicht noch später sein werde. Gleichwohl sagt er: „Es ist gut, dass das Land 1,6 Millionen Euro in die Hand nimmt und das Dach gründlich sanieren will.“

„Das ist ein Riesenproblem für uns“, sagt Arno Gattschau, „wir sind nun dabei, die Aufwirkungen für uns aufzulisten.“ Das Ehepaar sei gerade dabei, sein Haus in der Pfalz zu verkaufen, Schulen für die beiden Töchter stünden bereits fest. Seine Frau wollte eigentlich Ende des Jahres nach Spangenberg ziehen, um die Einweihung vorzubereiten. Denn seine Ehefrau Silvana, eine gelernte Restaurantfachfrau und zurzeit noch Gastronomie-Leiterin auf dem Hambacher Schloss, hat einen Pachtvertrag zum 1. Juni 2016 unterschrieben. Arno Gattschau wird seine Tätigkeit, Geschäftsführer des Hotel-Restaurants Schloss Engers in Neuwied, weiterführen.

In den kommenden Tagen wird er einen Brief an das HI schreiben. „Denn eine Dachsanierung hätte doch im Vorfeld geprüft werden müssen.“ Außerdem gebe es ab Sommer 2016 bereits feste Buchungen für Hotel und Restaurant im Spangenberger Schloss: Etliche Paare wollen dort ihre Hochzeit feiern.

Arno Gattschau hofft, dass mit dem Land Hessen eine gemeinsame Lösung gefunden werden kann, „denn so geht man nicht mit Geschäftspartnern um.“ Und er sagt: „An Verträge muss man sich halten.“

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