Weltkunst beim Wandern

Zwei Künstler am Ars Natura: Der iranischstämmige Künster Daryush Shokof (rechts) möchte ein Kunstwerk für den Kunstwanderweg Ars Natura stiften. Links im Bild Kurator Sandrino Sandinista Sander. Foto: Feser

Spangenberg. Künstler Daryush Shokof will einen Teil seiner Serie „Die zwölf Gebote" stiften.

Wenn der Künstler Daryush Shokof vom Kunstwanderweg Ars Natura spricht, fallen Worte wie „phantastisch“, „einmalig“, „unheimlich spannend“. Der Künstler und Filmemacher, der mit 16 aus dem Iran emigrierte und in Los Angeles aufgewachsen ist, lebt mittlerweile in Paris. Kürzlich ist er mit Kurator Sandrino Sandinista Sander auf dem Ars Natura gewandert, weil er dort eines seiner Kunstwerke ausstellen möchte.

„Der Ars Natura ist einmalig.“

Zwei Tage lang waren Shokof und Sander unterwegs, spazierten auf der Spangenberger Runde und in Richtung Bad Hersfeld. So konnte Künstler Shokof die Landschaft erspüren, um ein Kunstwerk auszusuchen, das er dem Ars natura stiften möchte. Seine Wahl fiel auf ein Kunstwerk, das es bislang nur als Zeichnung gibt. Es ist Teil der Serie „The 12 commandments“ (Die zwölf Gebote). Worum es bei diesen Arbeiten genau geht, will Shokof noch nicht verraten.

Von Tel Aviv in die Region

Klar ist nur, dass es Kunstwerke aus Stein sein werden, mit eingemeißelten Sätzen. Sie sollen in den kommenden Wochen in Nordhessen gebaut werden. Kurator Sander vermittelt einen Kontakt zu einer Natursteinfirma in der Region.

Bis Juni müssen die Arbeiten fertig sein, denn das Zwölfer-Ensemble soll ab Juni für vier Wochen in einer Kunsthalle in der israelischen Hauptstadt Tel Aviv gezeigt werden. Danach soll die Serie in Paris ausgestellt werden - aber nur mit elf Teilen. Denn der zwölfte Serienteil ist das Kunstwerk für den Ars Natura.

Neues Kunstwerk ab August

Kurator Sander geht davon aus, dass Shokofs Kunstwerk ab August auf einer der Strecken in der Region stehen wird. Wo genau, steht noch nicht fest. „Das hängt von der Größe und der Thematik des Werks ab“, sagt Sander, der das Kunstwerk auch noch nicht gesehen hat.

Shokof möchte dem Ars Natura eine internationalere Richtung geben. Er habe Kontakt zu bekannten Künstlern wie Jeff Koons, mit denen er schon gemeinsam ausgestellt hat. Natürlich müsse die Versicherungsfrage geklärt werden. Dennoch sei das keine abstrakte Vision, findet der 61-Jährige: „Man muss auch mal groß denken.“ Wäre der Ars Natura in den USA, stünde das ganze Land dahinter.

Zur Person

Daryush Shokof, 61, stammt aus Teheran/Iran. Mit 16 emigrierte er in die USA, lebte in Los Angeles und studierte Physik und Mathematik und absolvierte ein Studium an der Filmakademie New York. Er malte und stellte seine Kunstwerke weltweit aus. Lange Jahre lebte er in Berlin und arbeitete auch als Filmemacher: Sein Debütfilm „Seven Servants“ mit Anthony Quinn wurde 1996 am Filmfestival von Locarno für den Goldenen Leopard nominiert. Derzeit lebt Shokof in Paris. (ciß)

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren: Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.