Verein will Synagoge in der Felsberger Altstadt kaufen: Benefizveranstaltungen geplant

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Ein Sandsteinbau unter Putz: Die ehemalige Synagoge in Felsberg. Der Verein zur Rettung der Synagoge will das Gebäude originalgetreu sanieren. Geplant ist die erneute Nutzung durch eine aktive jüdische liberale Gemeinde und als kulturelles Zentrum. Fotos: Schaake

Felsberg. Bis zum Jahresende will der vor zwei Jahren gegründete „Verein zur Rettung der Synagoge Felsberg" das Gebäude in der Felsberger Altstadt kaufen. Das sagte der Initiator und Vorsitzende des Vereins, Christopher Willing, im HNA-Gespräch.

Die ehemalige Synagoge an der Ritterstraße soll wieder Synagoge sowie ein Dokumentations- und Begegnungszentrum werden. Das ist das Ziel des mittlerweile 30 Mitglieder zählenden Vereins.

Wie Christopher Willing erklärte, ist Marion Karmann, Geschäftsführerin des Zweckverbandes Mittleres Fuldatal, im ständigen Kontakt mit dem Ministerium, das Fördergeld vergibt. Es gebe positive Signale. Somit sollten 60 bis 70 Prozent der Summe für den Ankauf gesichert sein, sagte Willing.

Die restliche Summe muss noch eingeworben werden. Dafür seien verschiedene Aktivitäten wie die Kulturveranstaltungen geplant. Man suche auch weitere Spender. Nach ihnen sollen dann Zimmer in der Synagoge und im Robert-Weinstein-Haus an der Obergasse benannt werden. Weinstein wurde am 8. November 1938 Opfer des Judenpogroms in Felsberg.

Um den Kauf der Synagoge zu finanzieren, sind außerdem fünf Kulturveranstaltungen geplant. Diese finden im September und November in Fürstenhagen, Hofgeismar und Felsberg statt. Hier die Veranstaltungen auf einen Blick:

• Mah Tovu - Wie schön sind Deine Zelte, Jakob: Konzert und Lesung am Sonntag, 7. September ab 17 Uhr in der evangelischen Kirche Fürstenhagen und am Sonntag, 21. September, ab 17 Uhr in der Nikolaikirche Felsberg. Orgel: Christian Lehmann, Mezzosopran: Annette Willing, Lesung: Debbie Tal-Rüttger.

Bausünden aus der Nachkriegszeit: Ein Fenster an der unverputzten Rückseite der Synagoge.

• Sonntag, 9. November, ab 16.30 Uhr im Museum Hofgeismar, Klavier Martin Forciniti, Lesung Beate Lehmann.

• Sonntag, 14. September, 19 Uhr Bürgersaal Felsberg: „Happy End” von Iddo Netanyahu - eine szenische Lesung: „November 1932: auf gepackten Koffern - oder doch nicht?” Der Radiologe, Autor, Dramaturg und Regisseur - ein Bruder des Ministerpräsidenten von Israel - wird nach Angaben des Veranstalters anwesend sein.

Der Eintritt zu diesen vier Veranstaltungen ist frei, der Verein zur Rettung der Synagoge Felsberg bittet um Spenden.

• Am Freitag, 7. November, beginnt um 19.30 Uhr in der Nikolaikirche Felsberg ein Konzert. Die vor über 20 Jahren in Ostberlin gegründete Gruppe „Aufwind” präsentiert Jiddische Lieder und Klezmer-Musik. Der Eintritt kostet 14,50 Euro.

Kontakt: Christopher Willing, Telefon 05662/930749, Fax: 6256. info@synagoge-center-felsberg.org, www.Synagogue-Center-Felsberg.org

Von Manfred Schaake

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