Auswertung der Listenstimmen in Melsungen ist noch wenig aussagekräftig

Kommunalwahl: 947 wählten noch einmal

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Nacharbeit: Einer von zwei Wahlvorständen, der bei der Nachwahl gestern im Melsunger Ordnungsamt mit dem Auszählen beschäftigt war. Von links Sabine Stagneth, Thomas Barth, Gerhard Müller, Ernst-Adolf Kirckhefer und Hans Seidel.

Melsungen. Mit einer Wahlbeteiligung von 71,1 Prozent endete gestern der zweite - unfreiwillige - Durchgang der Briefwahl für die Melsunger Kernstadt.

1331 Menschen waren noch einmal aufgerufen worden, ihre Stimme abzugeben, 947 nutzten die Möglichkeit. Damit lag die Wahlbeteiligung niedriger als am 27. März, als 91,18 Prozent der Briefwähler ihre Stimme abgegeben hatten.

Am Sonntagabend wurden von den Wahlvorständen nur die Stimmzettel ausgewertet, bei denen lediglich eine Liste angekreuzt worden war. Das traf auf 311 zu. Davon entfielen 60 auf die CDU, 132 auf die SPD, 24 auf die FDP, 51 auf die Grünen und 44 auf die FWG.

Allerdings ist dieses Zwischenresultat noch nicht aussagekräftig. Ein klares Bild über das Wahlverhalten der Melsunger Briefwähler wird sich erst am Montagnachmittag bieten.

Bis dahin sollen per EDV auch all jene Stimmzettel ausgewertet sein, bei denen die Wähler ihre maximal 37 Stimmen verteilt oder bis zu drei auf einen Kandidaten angehäuft haben (Panaschieren und Kumulieren).

Erst dann wird sich auch zeigen, ob sich die Mehrheitsverhältnisse in der Melsunger Stadtverordnetenversammlung noch einmal ändern werden. Dort hatten die Sozialdemokraten am 27. März die absolute Mehrheit knapp verloren. Sie war um 10,1 Punkte auf einen Wert von 49,8 Prozent abgerutscht.

Gewinner der Wahl waren die Grünen, die 12,2 Prozent der Stimmen erhielten und nach fünf Jahren wieder ins Melsunger Parlament einzogen, sowie die FWG, die erstmals antrat und 6,7 Prozent der Stimmen geholt hatte. Die CDU kam am 27. März auf einen Wert von 17,2 Prozent, die FDP auf 14,1 Prozent.

Hintergrund: Die Wiederholung der Briefwahl in der Melsunger Kernstadt war nötig geworden, weil am 27. März der Briefkasten am Melsunger Rathaus nicht noch einmal pünktlich um 18 Uhr geleert worden war. Am Morgen darauf befanden sich in dem Briefkasten noch zwölf Wahlumschläge.

Da nicht klar war, ob sie fristgerecht eingeworfen worden waren, hatte sich das Parlament entschieden, die Briefwahl für die Kernstadt zu wiederholen. (hro)

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