Werner Kressel war 35 Jahre Ortsvorsteher in Nausis

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Eine Institution in Nausis: 35 Jahre lang war Werner Kressel Ortsvorsteher in Nausis. Aus gesundheitlichen Gründen hat er sich bei der Ortsbeiratswahl nicht wieder aufstellen lassen.

Er war einer der dienstältesten Ortsvorsteher im Schwalm-Eder-Kreis: Werner Kressel hatte das Amt 35 Jahre lang inne. Aus gesundheitlichen Gründen ließ er sich nicht mehr zur Wahl stellen.

Ohne seine Frau wäre er niemals Ortsvorsteher in Nausis geworden. Denn Werner Kressel hat vor 46 Jahren Birgit, eine Nausiserin, geheiratet. So kam er in den Spangenberger Stadtteil. Bis vor kurzem war er Ortsvorsteher in seinem Heimatort. Damit war er einer der dienstältesten Ortsvorsteher im Schwalm-Eder-Kreis.

Gesundheit geht vor

Liebend gerne hätte der 69-Jährige das Amt weitergeführt. Aber um seine Gesundheit steht es seit Jahren schlechter. Trotzdem hat er die Zähne zusammengebissen, weil er das schwierigste Projekt seiner Amtszeit, der Bau der Wanderscheune in Nausis, noch zu Ende führen wollte. 13 Jahre hat es von der ersten Antragstellung bis zur Einweihung der Scheune mit Mehrgenerationenplatz im Sommer 2015 gedauert. „Bis dahin war es ein steiniger Weg“, sagt Kressel.

Viele Projekte

Werner Kressel hat Nausis in den vergangenen dreieinhalb Jahrzehnten geprägt. In seine Amtszeit fielen unter anderem Straßen- und Kanalarbeiten sowie der Bau der Friedhofshalle. „Das Amt als Ortsvorsteher hat mich manche schlaflose Nacht gekostet“, sagt er, der sich scherzhaft als IBM bezeichnet. Das steht für „Ingefreit - Blutwurst essen - Mull hallen“. Übersetzt heißt das „Eingeheiratet - Blutwurst essen - Mund halten“. Kein gebürtiger Nausiser eben, sondern ein Zugezogener - dank seiner Frau Birgit.

Viele Ehrenämter

Und weil seine Frau ihm jahrzehntelang den Rücken frei gehalten hat, konnte sich Werner Kressel für sein Heimatdorf engagiert. 1972 ging er in den Ortsbeirat, wurde Schriftführer, später stellvertretender Ortsvorsteher, 1980 dann Ortsvorsteher. 20 Jahre lang war er Wehrführer der Feuerwehr in Nausis und 27 Jahre lang Vorsitzender des Feuerwehrvereins. Und dann war er noch zehn Jahre lang Stadtverordneter.

Nur Zeit für ein Hobby

Da blieb für den Vater einer Tochter und Opa von zwei Enkeln nur noch Zeit für ein Hobby, den Autosport. Viele Rennen hat Kressel live erlebt: Mit einem gemieteten Wohnwagen ging es zum Beispiel regelmäßig auf den Hockenheimring, den Nürburgring und zu Rennen ins italienische Monza.

Heute kann er die Autorennen nur noch am Fernsehen verfolgen. „Nachts, morgen, ganz egal, ich schalte immer ein“, sagt Kressel, der 27 Jahre mit einem 40-Tonner als Kraftfahrer unterwegs war. „Autofahren ist einfach das Schönste für mich.“

Er will weiter helfen

Und deshalb schmerzt es ihn, dass er sich zurzeit nicht selbst hinter das Steuer seines Mercedes mit Sechs-Gang-Getriebe setzen kann - die Gesundheit lässt es nicht zu. Und auch, dass er sich nicht mehr so für sein Dorf engagieren kann wie bisher. Aber er hat seinem Nachfolger Reiner Kehl gesagt: „Wenn ich helfen kann, sag’ Bescheid, dann helfe ich.“ Und wer Werner Kressel kennt, weiß: ein Mann - ein Wort.

Termin

Die Einwohner von Nausis, die Vereine und der Ortsbeirat wollen Werner Kressel für sein jahrzehntelanges Engagement danken. Eine Feier ist für Samstag, 11. Juni, ab 16 Uhr an der Wanderscheune in Nausis geplant.

Für die Besucher gibt es Musikvorträge und einen kleinen Imbiss. Werner Kressel erhält während dieses Fests die Ehrenplakette der Stadt Spangenberg.

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