Wikileaks: Das Geld kommt von einer Stiftung aus Guxhagen

Guxhagen. Die umstrittene Enthüllungsplattform Wikileaks wird maßgeblich von einer Stiftung finanziert, die ihren rechtlichen Sitz in Guxhagen hat. Die gemeinnützige Wau-Holland-Stiftung tritt für Informationsfreiheit ein.

Sie wurde Ende 2003 beim Regierungspräsidium in Kassel eingetragen. Gründungsvorsitzende war damals die Pädagogin Ursula Kooke, die heute für die Grünen im Guxhagener Gemeindevorstand sitzt. Seit ihrer Studienzeit in Marburg stand sie dem Computer-Aktivisten Herwart „Wau“ Holland und dessen Familie nahe, sagte die 57-Jährige unserer Zeitung.

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Nach Hollands Tod im Jahr 2001 sei die Stiftung gegründet worden, um sein Aufklärungswerk rund um die Risiken und ethischen Fragen der weltweiten Datenvernetzung fortzuführen. Vor drei Jahren hatte sich Ursula Kooke allerdings aus dem Stiftungsvorstand zurückgezogen - ohne dass es inhaltliche Differenzen gegeben hätte, wie sie betont. An der Entwicklung der Stiftung zum Hauptfinanzier von Wikileaks sei sie nicht mehr beteiligt gewesen.

Die Guxhagenerin steht aber voll hinter dem Konzept von Wikileaks und seinem Gründer Julian Assange: „Das ist ein Vorzeigeprojekt für die Stiftung und passt sehr gut in die Satzung hinein“. Nach Angaben des heutigen Vorstands hat die Wau-Holland-Stiftung bisher insgesamt 750 000 Euro zur Finanzierung von Wikileaks gesammelt. (asz)

Stiftung: Spenden an Wikileaks weiter möglich

Spenden an das umstrittene Enthüllungsportal Wikileaks sind nach Angaben der Wau-Holland- Stiftung weiterhin möglich. Mit der Sperrung des Bezahldienstes Paypal sei das Spenden nur etwas teurer geworden, sagte der Vorsitzende der Stiftung, der Bielefelder Winfried Motzkus, am Montag der Nachrichtenagentur dpa. Wegen „Verletzung der Nutzungsbedingungen“ hatte Paypal das Wikileaks-Konto dauerhaft gesperrt. Banküberweisungen seien aber nach wie vor möglich, betonte Motzkus.

„Seit Oktober 2009 sind rund 800 000 Euro Spenden eingegangen“, sagte der Stiftungsvorsitzende. Nur ein kleinerer Teil der Summe sei noch auf Paypal-Konten eingefroren. Durch die spektakulären Veröffentlichungen von Wikileaks etwa zum Irak-Krieg, zu Afghanistan oder wie zuletzt von Dossiers von US-Diplomaten seien sowohl der Finanzbedarf als auch das Spendenaufkommen gestiegen. Bisher habe Wikileaks etwa 200 000 US-Dollar pro Jahr gebraucht. „Jetzt dürften es eher 300 000 Dollar sein“, sagte Motzkus. Die Stiftung zahle Gelder gegen Rechnungsquittungen aus. (dpa)

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