Angler protestieren gegen geplante Verbote

Auf die Angler kommt Ärger zu. Aber die wehren sich gegen drohende Verbote. Foto:  nh

Northeim. Naturschutz: Land Niedersachsen will Nachtangeln und Anfüttern an Flüssen untersagen

Können die 90.000 im Anglerverband Niedersachsen organisierten Petrijünger und die vielen Hobby-Angler ihre Angeln demnächst einmotten, weil es keine Plätze mehr geben wird, an denen sie ihrer Passion nachgehen können?

Grund zu dieser Befürchtung ist eine Verbotsempfehlung des Niedersächsischen Landkreistages und des Niedersächsischen Landesamtes für Wasserwirtschaft, Küsten und Naturschutz (NLWKN). Demnach soll zum Beispiel das Nachtangeln an allen Fließgewässern wie in unserer Region die Rhume und Leine untersagt werden. Betroffen sind allerdings auch Seen, sofern sie in Naturschutzgebieten liegen.

Hintergrund ist die EU-Verordnung Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH) der Europäischen Union, in der niedersachsenweit 380 schützenswerte Gebiete (16,2 Prozent der Landesfläche) benannt sind. Die EU fordert konkrete Schutzmaßnahmen, bei denen die Bundesrepublik hinterher hinkt. Sonst drohen Strafzahlungen.

Die Angler sehen sich selbst als größter Naturschutzverein des Landes, die zur Pflege der Natur beitragen. Deshalb stehen den Anglern jetzt die Haare zu Berge, so dem Vorsitzenden des Angelsportvereins Katlenburg, Erich Lillie.

Er hat zu einer außerordentlichen Versammlung des ASV eingeladen, um die Mitglieder zu informieren und Gegenmaßnahmen einzuleiten. „Wenn wir uns jetzt nicht bewegen, kann bald alles zu spät sein“, lautet seine Befürchtung. Seine Kollegen in der Region stehen ebenfalls Gewehr bei Fuß, weil sie sich das nicht bieten lassen wollen.

„Wenn das so kommt, ist das für die Angelvereine eine Katastrophe“, sagt Lillie. Es gebe Vereine etwa im Harz, die ausschließlich in Flüssen angeln würden. Die könnten dann dichtmachen.

Das Umweltministerium in Hannover hält die Aufregung dagegen für unbegründet.

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