Domfestspiele suchen Nachfolger für Intendant Christian Doll

Wechselt als Intendant von Bad Gandersheim nach Schwäbisch Hall: Christian Doll. Foto: privat/nh

Bad Gandersheim. Die Domfestspiele sind bereits auf der Suche nach einem Nachfolger für Intendant Christian Doll. Das berichtete der Aufsichtsratsvorsitzende Uwe Schwarz am Freitag.

Vor zwei Wochen habe Doll den Aufsichtsrat der Domfestspiele informiert, dass er für die Intendanz der Freilichtspiele in Schwäbisch Hall in der engeren Auswahl sei, sagte Schwarz. Am Mittwoch sei schließlich die Entscheidung zu Gunsten des 44-Jährigen gefallen. Der Fünf-Jahres-Vertrag, der im Herbst 2016 beginnt, ist bereits unterschrieben.

Weitere Aspekte zum Wechsel in der Intendanz der Domfestspiele haben wir in Fragen und Antworten zusammengefasst.

Wie begründet Doll seine Entscheidung?

Eigentlich habe er noch bis zum 60. Jubiläum der Domfestspiele im Jahr 2018 bleiben wollen, sagte Doll. Das Angebot, nach Hall zu wechseln, sehe er jedoch als große Chance, „die so schnell nicht wiederkommt.“ Er habe dort ein größeres Budget und künstlerisch mehr Möglichkeiten. Zudem gebe es familiäre Gründe: „Meine Söhne sind zwei und vier Jahre alt. Solange sie nicht zur Schule gehen, fällt ein Umzug leichter.“ Erst kürzlich ist die Familie nach Göttingen gezogen. Auch das zeige, dass der Wechsel nicht von langer Hand geplant sei, so Doll.

Wie viel Engagement will Doll noch in die aktuelle Spielzeit investieren?

„Ich habe immer sehr viel Herzblut in meine Arbeit bei den Domfestspielen investiert“, sagte Doll. Dass die bevorstehende Spielzeit seine letzte als Intendant sei, sehe er als Ansporn. Er wolle „noch eine Schippe drauflegen“ und die Zeit intensiv genießen. „Wir haben wieder großartige Schauspieler im Ensemble und stecken mitten in den Vorbereitungen. Das Publikum darf gespannt sein.“ Für die Zukunft könne er sich eine enge Kooperation seiner künftigen Wirkungsstätte mit den Domfestspielen vorstellen, so Doll.

Wie läuft die Suche nach einem Nachfolger?

Die Stelle des Intendanten soll nicht ausgeschrieben werden, sagte Schwarz. Damit wolle man eine altbewährte Tradition aufleben lassen. Es gebe fünf Kandidaten, die als Nachfolger im Gespräch seien. Dabei steht Christian Doll beratend zur Seite: „Mir liegt die Zukunft der Domfestspiele sehr am Herzen.“ Der Übergang soll nahtlos und gut durchdacht sein, betonte Schwarz. Man wolle Doll nach der langjährigen guten Zusammenarbeit keine Steine in den Weg legen. Solange es noch keinen Nachfolger gibt, werde sein Vertrag, der bis Ende 2017 läuft, aber noch nicht aufgelöst. Schwarz geht aber davon aus, dass Mitte Juni ein Nachfolger präsentiert werden kann: „Vorher werden wir dazu nichts sagen, um keine Spekulationen anzuheizen.“

Die 58. Spielzeit ist die fünfte unter der Leitung von Christian Doll. Wie hat er die Festspiele geprägt?

Doll hat es durch die Auswahl der Produktionen geschafft, ein breites Publikum anzusprechen und die Besucherzahlen Stück für Stück zu steigern. Neben anspruchsvollen Stücken hat er vor allem mit erfolgreichen Musiktheater-Produktionen Akzente gesetzt. Darüber hinaus hat die Jugendarbeit der Domfestspiele unter seiner Intendanz an Bedeutung gewonnen. Das Jugendtheater-Festival „Theatervirus“ lockt ebenfalls zahlreiche Besucher an.

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