Berufschulen in Northeim bieten acht Sprachklassen für 121 junge Flüchtlinge an

Syrien, Iran, Kosowo, Afghanistan und Elfenbeinküste: Aus diesen Ländern kommen die Schüler dieser Sprachförderklasse an der BBS1. Unterrichtet werden sie unter anderem von Birgit Weymar (links) und Birgit Meinhardus (hinten rechts). Archiv-Foto: Schwekendiek

Northeim. Integration durch Sprachförderung wird am Berufsschulstandort Northeim große geschrieben. Das geht aus einer Pressemitteilung des Landkreises hervor. Derzeit besuchen im Regelschulbereich der Berufsbildenden Schulen 1 und 2 insgesamt 121 geflüchtete Jugendliche in acht Sprachförderklassen unterrichtet.

„Die Berufsbildenden Schulen haben maßgeblich zum Aufbau von notwendigen Strukturen im Zusammenhang mit der Flüchtlingsbeschulung beigetragen“, betont Landrätin Astrid Klinkert-Kittel und verweist darauf, dass die verantwortlichen Lehrkräfte beider Schulen die Jugendlichen im Alter von 15 bis 21 auch über den eigentlichen Unterricht hinaus begleiten.

Regionale Kultur

Für die Jugendlichen gebe es neben dem Schwerpunkt der Sprachvermittlung im Fach Politik die Möglichkeit, sich mit der regionalen Kultur- und Lebensweise sowie dem Berufs- und Arbeitsleben in Deutschland auseinanderzusetzen, heißt es in der Pressemitteilung des Landkreises. Einem großen Teil der geflüchteten Jugendlichen seien darüber hinaus Ferien-Praktika ermöglicht worden.

Laut Landkreis gibt es außerdem eine Kooperation mit der Georg-August-Universität in Göttingen, an der sich seit Mai dieses Jahres interessierte Studierende mit der Sprachvermittlung beschäftigen, um den Berufsschulen bei der Arbeit mit den Jugendlichen, die sehr unterschiedliche Lernvoraussetzungen mitbringen, zu helfen.

Die Integration der Jugendlichen werde über zahlreiche weitere Projekte unterstützt, so der Landkreis. So seien zum Beispiel mehr als 30 gespendete Fahrräder von den Sprachlernklassen repariert worden, mit dem Ziel, jedem Sprachschüler ein eigenes Fahrrad zur Verfügung stellen zu können. Weitere Aktionen seien Klassenfahrten und die Teilnahme am Fußballturnier „Kicken gegen Vorurteile“ in Hannover gewesen.

Berufsausbildung

Die Schüler der ersten Sprachlernklasse der BBS 1 sind bereits vor den Sommerferien mit entsprechenden Bescheinigungen über das erreichte Sprachniveau verabschiedet worden und nehmen bereits an ausbildungsvorbereitenden Maßnahmen an beiden Berufsbildenden Schulen teil. (nik)

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