Salutschüsse in Bodenfelde für das imposante Weser-Floß

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40 Meter lang und sieben Meter breit: Das sind die Maße des Weserfloßes aus Reinhardshagen, das am Sonntagnachmittag in Bodenfelde an der Schlagd anlegte. Viele Besucher kamen, um sich das Gefährt anzusehen.

Bodenfelde. An der Schlagd gab es am Sonntag einen großen Bahnhof für die Flößer und eine zünftige Begrüßung durch die Schüttenhof-Gesellschaft und den Shanty-Chor.

Bodenfelde. Die Bodenfelder bereiteten dem Weserfloß aus Reinhardshagen am Sonntag einen großen Bahnhof: Auf der Schlagd begrüßten die Schüttenhoff-Gesellschaft mit Artillerie, gewaltigen Kanonenschüssen und Marine sowie der Shanty-Chor des MGV von 1865, der stellvertretende Bürgermeister Klaus Glaesner, die DLRG und jede Menge Zuschauer das aufsehen erregende Floß aus Bäumen und ihre Erbauer.

„Diesem tollen Kraftakt gebührt erst einmal ein großer Applaus“, sagte Klaus Glaesner zur Begrüßung. Dabei trat die Schüttenhoff-Marine unter der Leitung von Admiral Wolfgang Krawitz an, nachdem die Artillerie mit ihren beiden Kanonen Salutschüsse abgefeuert hatte. Und auch der Shanty-Chor hatte Aufstellung bezogen und brachte den Flößern und Zuschauern ein Ständchen, später sogar auf dem Floß.

Flößerei auch in Bodenfelde

Der stellvertretende Bürgermeister erinnerte daran, dass in Bodenfelde an der Schlagd früher auch Flöße gebaut wurden. Damals ging es um Bauholz für den Bergbau, Brennholz sowie Holz für den Schiffsbau und die Küstenregion um Bremen, sagte Glaesner.

In Spitzenzeiten wurden 70 000 Festmeter Holz pro Jahr geflößt. Vor allen Dingen gingen Fichten, Tannen, Buchen und Eichen nach Bremen und über den Mittellandkanal ins Ruhrgebiet. 1964 legte das letzte kommerzielle Floß ab.

Glaesner lobte die Weserflößer, die mit ihrer Aktion dafür sorgen, dass das alte Gewerbe nicht verloren geht. Zudem haben die Flößer das Motto „Regional ist nicht egal“ gewählt. Sie wollen damit in Verbindung mit dem Rohstoff Holz und dessen Nutzungsgeschichte ein drängendes Problem des ländlichen Raumes ansprechen und die Grundprinzipien einer nachhaltigen Entwicklung in den Vordergrund rücken. Außerdem ist die Floßfahrt ein Projekt zum Jubiläum „1150 Jahre Vaake“.

Spezialitäten als Geschenk

Die Bodenfelder boten nicht nur ihre Gastfreundschaft und Verbundenheit, die schon über die Schüttenhoff-Gesellschaft besteht, sondern übergaben ihre Spezialitäten wie Käse, Wurst, Sollinger-Brunnen-Wasser, Holzkohle und CDs vom Shanty-Chor, der sich zu einem musikalischen Aushängeschild etabliert hat.

Das Weserfloß war in Bodenfelde später angekommen: zum Glück. Denn zur ursprünglich geplanten Ankunftszeit ging ein Platzregen nieder, der alle Zuschauer vertrieben hätte. So legte das Weserfloß um kurz vor 16 Uhr bei Sonnenschein an.

Die Bodenfelder freuten sich über die gelungene Veranstaltung, für die das Restaurant Kretaliano die Bewirtschaft übernommen hatte. Zudem bot die DLRG Motorbootfahren an.

Die 18 Weserflößer waren ohne Probleme bis Bodenfelde gekommen, berichtete Vorsitzender Eckhard Meyer, und fuhren am Montag um 7 Uhr weiter. Ihr Ziel ist es, mit dem Floß bis Freitag in Minden anzukommen. (fsd)

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