Initiative für Bodenfelde zieht nach zwei Jahren Bilanz zum Projekt Bürgerbus

Ein Vorbild trotz Minus

Geschenke für Fahrer und ersten Fahrgast: Der Bodenfelder Bürgerbus fährt seit zwei Jahren. Am Lenkrad chauffierte damals Detlef Rolf (von links) die Seniorin Emma Wucherpfennig bei der ersten Fahrt. Gratulant im Café & Restaurant Kretaliano war Mitinitiator Manfred Wolff, der Helfer zu einem Dankeschön-Essen eingeladen hatte. Foto: Dumnitz

Bodenfelde. Der Bürgerbus, der seit Oktober 2014 im Gebiet des Fleckens Bodenfelde vorwiegend Senioren von A nach B fährt, ist ein Zuschussgeschäft. Das sagte Manfred Wolff am Dienstag bei einem Dankeschön-Essen zum zweijährigen Bestehen im Café & Restaurant Kretaliano vor 24 Mitstreitern.

Bodenfelde. Der Bürgerbus, der seit Oktober 2014 im Gebiet des Fleckens Bodenfelde vorwiegend Senioren von A nach B fährt, ist ein Zuschussgeschäft. Das sagte Manfred Wolff am Dienstag bei einem Dankeschön-Essen zum zweijährigen Bestehen im Café & Restaurant Kretaliano vor 24 Mitstreitern.

Wolff ist über die Initiative für Bodenfelde neben Ortrud Müller-Zitzke einer der federführenden Mitinitiatoren. In den zwei Jahren habe der Bürgerbus bei 883 Fahrten 7620 Kilometer zurückgelegt. „Das sind 36,8 Fahrten pro Monat oder 5,3 Fahrten pro Fahrtag“, sagte Wolff. Trotz Einnahmen von 2060 Euro liegen die Ausgaben mit 3810 Euro deutlich höher. Das Minus beträgt 1750 Euro. „Auch damit wird deutlich, dass wir keine Konkurrenz zu Taxis und Mietwagen sind“, sagte Wolff weiter.

Über die Sportstiftung des Landkreises Northeim hat es eine 5000 Euro-Anschubfinanzierung gegeben. Von dem Geld wird unter anderem das bisherige Defizit ausgeglichen. Zunächst wurde ein Bus der DLRG Bodenfelde eingesetzt. „Wir sind bei den Menschen angekommen. Wir fahren zum Arzt, zur Apotheke, Zum Einkaufen, holen Geld von der Bank, geben Lottoscheine ab und bringen Pakete zur Post“, hieß es von Wolff.

Er dankte ebenso wie Bodenfeldes Bürgermeister Mirko von Pietrowski allen, die sich für das Projekt Bürgerbus einsetzen. „Viele schauen auf das Projekt und einige kopieren es“, sagte der Bürgermeister. Für die so erreichte Mobilität im Alter gelinge es auch ein Stück weit, betagte Senioren zu halten, die sonst womöglich in Seniorenheime umziehen würden.

Elektro-Mobilität

Von Pietrowski und Mitglieder der Initiative bemühen sich jetzt um ein 31 000 Euro teueres Elektro-Fahrzeug, das ab 2017 als Bürgerbus fahren soll. Dafür könnte es 15 000 Euro Zuschuss geben. Für den Restbetrag müsse noch nach Lösungen gesucht werden, hieß es.

Hintergrund:

Für eine Teilhabe am sozialen Leben

Das Angebot richte sich an Einwohner, „denen die normale Teilhabe am sozialen Leben in Bodenfelde aufgrund gesundheitlicher und finanzieller Einschränkungen nur schwer möglich ist“, hieß es vor zwei Jahren von Jan-Eric Müller-Zitzke von der Initiative für Bodenfelde zum Bürgerbus. Nutzen können das Angebot seither ältere und hilfebedürftige Menschen aus Bodenfelde, Wahmbeck, Amelith, Nienover und Polier.

Dienstags und freitags sind Fahrten (Arzt, Apotheke, Einkauf, Rathaus,Bahnhof) und wieder nach Hause möglich. Pro Person kostet eine Fahrt innerhalb von Bodenfelde 1,50 Euro, zwischen Polier/Wahmbeck und Bodenfelde 2,50 Euro und zwischen Amelith/Nienover und Bodenfelde 3,50 Euro.

Wer Bedarf hat, muss Fahrten spätestens am Vortag zwischen 9 und 12 Uhr unter Telefon 05572-936918 anmelden. (jde)

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