BUND protestiert gegen Gewerbepark Leinetal bei Nörten

Hier soll gebaut werden: Die braune Ackerfläche neben der B 446 ist für den Gewerbepark vorgesehen. Dahinter verläuft die Autobahn A7, dann folgt die Ortschaft Lütgenrode. Foto:  Rampfel

Nörten-Hardenberg. Kreisgruppe Northeim hält Projekt für sinnlos und startet eine Unterschriftenaktion dagegen

Die Kreisgruppe Northeim des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fährt massive Geschütze und Bedenken gegen den geplanten Gewerbepark Leinetal zwischen Nörten-Hardenberg und Lütgenrode auf.

Die Organisation sieht nach Mitteilung von BUND-Sprecher Jürgen Beisiegel (Hardegsen) absolut keinen Sinn darin, dass eine landwirtschaftlich genutzte Fläche für diverse geplante Angebote zubetoniert werde, die in nächster Nähe bereits in ähnlicher Form vorhanden seien. Deshalb wolle der BUND jetzt eine Unterschriften-Aktion gegen den Park starten.

Nach Angaben des Sachverständigenrates für Umweltfragen seien in Niedersachsen 2014 täglich 10,2 Hektar (102 000 Quadratmeter) Fläche versiegelt worden. Auf Grund der Vorgaben der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie wolle Niedersachsen diesen Wert bis 2020 auf drei Hektar, also 30 000 Quadratmeter, reduzieren.

Überflüssig

„Wie soll dieses Ziel erreicht werden, wenn so überflüssige und sinnlose Projekte wie der Gewerbepark bei Nörten realisiert werden“, heißt es in der Stellungnahme des BUND. Es sei umweltpolitisch nicht zu rechtfertigen, wenn wertvolles Ackerland im Auenbereich zubetoniert werde, um zwischen zwei Tankstellen eine dritte zu bauen.

Eine Markthalle auf die grüne Wiese zu setzen, mache keinen Sinn, wenn vier große Supermärkte in und um Nörten-Hardenberg bereits regionale Produkte anböten und sicherlich bereit seien, das Angebot auszuweiten. Eine Fast-Food-Kette anzusiedeln, die keine regionalen Produkte anbiete, sondern vorgefertigten Produkte, stößt bei Jürgen Beisiegel ebenfalls auf Kritik.

„Fragwürdiger Investor“

Da winke ein „fragwürdiger Investor“ mit schönen Plänen, Gewerbesteuer und Arbeitsplätzen und schon verfielen die Entscheidungsträger in Euphorie ohne nachhaltig zu handeln. Die Kaufkraft werde in Nörten und Umfeld nicht wesentlich steigen und die Autofahrer mit einem 50 Meter hohen Werbepylon zwischen Northeim und Göttingen - wo bereits ähnliche Konsummöglichkeiten in Autobahnnähe existierten - von der Piste zu locken, erscheine fragwürdig und nicht sinnvoll.

„Abartige Ideen“

Eine bedingungslose Ansiedlung von jedwedem Gewerbe zur Erhöhung der gemeindlichen Gewerbesteuer führe laut Beisiegel zu solch abartigen Ideen wie XXXL-Möbelhäusern in Göttingen. „Die Folge ist eine anarchistische Zersiedlung der Landschaft mit volkswirtschaftlich und ökologisch höchst negativen Ergebnissen und wachsender Leerstand in den Innenstädten“, heißt es in der Presseerklärung. Boden sei nicht vermehrbar und jede versiegelte Fläche sei für Natur, Umwelt, Flora und Fauna und Landwirtschaft endgültig verloren.

Deshalb verurteilt der BUND dieses Projekt und ruft zum Widerstand gegen die Realisierung auf. Unterschriftenlisten können unter www.bund-northeim.de heruntergeladen werden.

Die Planungsunterlagen liegen bis zum 27. Juli im Nörtener Rathaus aus.

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