Aus für dier Dorfschule nach 450 Jahren

Übergabe: Schulleiter Friedrich Schönhütte (rechts) überreichte die zwei Bände der in Sütterlin geschriebenen Schulchronik zur Verwahrung an Ortsbürgermeister Peter Marth. Foto: Schrader

Edesheim. Das war's. Mit einem Gottesdienst und ganz viel Wehmut nahmen die Edesheimer Abschied von ihrer Schule. Die soll zu einem Gemeinschaftshaus umgebaut werden.

In viele traurige Gesichter konnte man in Edesheim blicken, als in der Grundschule zum Abschied ein Gottesdienst mit 93 Teilnehmern begangen wurde. Nach fast 450-jähriger Schultradition wird die Schule am heutigen Mittwoch von der Stadt Northeim geschlossen.

„Ein bisschen Wehmut schwingt heute mit“, sagte Ortsbürgermeister Peter Marth, als er während der Andacht das Wort ergriff. Nicht nur das ABC, Lesen und Schreiben wurden in der Schule vermittelt, sondern auch weitere Weisheiten wie „Innere Haltung“ und „Herzensbildung“, , die die Kinder zu guten Menschen heranwachsen ließen.

Das Ende der Schule bedeute auch einen neuen Anfang, denn das Gebäude soll gemeinschaftlich zum Dorfgemeinschaftszentrum umgebaut werden. „Leider waren wir ein Spielball der Politik“, kritisierte der Ortsbürgermeister und ergänzte: „Pädagogik hat nur selten Vorrang, was sich ändern muss“.

„Die Schließung ist ein trauriger Anlass, denn immerhin gehen fast 450 Jahre Edesheimer Schulgeschichte zu Ende“, sagte Friedhelm Schönhütte, der als Schulleiter der Sultmerschule die Grundschule Edesheim als Außenstelle mit verwaltete. Er berichtete aus der seit 1908 geführten Schulchronik, in der auch die Anfänge von 1569 beschrieben sind, als nur Jungen unterrichtet wurden. Mädchen durften erst knapp 100 Jahre später mitmachen. Zweimal, 1731 und 1849, brannte die Schule nieder. Das letzte Mal soll es der Lehrer angezündet haben, weil das Gebäude marode war. „Die Schule war ein wichtiger Bestandteil des Dorfes“, sagte Schönhütte und bedauerte, dass Edesheim keine gute Lobby gegenüber anderen kleinen Northeimer Schulen gehabt habe, als die Entscheidung anstand.

Die Kirchengemeinde wählte mit Pastorin Elsbeth Groh für den Gottesdienst das Modell der Überraschungskirche mit Bastelaktionen. Die Kinder konnten Sorgenpüppchen und Gebetswürfel anfertigen. (zsv)

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