Schülerinnen hatten Reizgas versprüht

Giftalarm in Einbeck: Landkreis will Kosten für Einsatz zurück

Giftalarm: Nachdem drei Schülerinnen Reizgas im Einbecker Schulzentrum versprüht hatten, wurde die Einrichtung am Montag evakuiert. Foto:  Bertram

Einbeck. Nach dem Giftalarm am Montag im Einbecker Schulzentrum mit 30 verletzten Kindern wird derzeit ein Thema heftig diskutiert: Wer trägt die Kosten für den Großeinsatz?

Drei Schülerinnen der Wilhelm-Bendow-Schule im Alter von 15 und 16 Jahren hatten am Montagmorgen Reizgas in der Schule versprüht - später gaben sie gegenüber der Polizei an, dass sie einen Scherz machen wollten, weil sie keine Lust mehr auf Unterricht hatten. Die Einbecker Polizei ist nun dabei, durch Zeugenbefragungen und Vernehmungen die Verursacherin zu ermitteln.

Wie hoch die Kosten des Großeinsatzes genau sind, steht zwei Tage danach noch nicht fest. Kreisbrandmeister Bernd Kühle hatte sie kurz nach dem Einsatz am Montag auf einen „mittleren fünfstelligen Betrag“ geschätzt.

Der Landkreis Northeim wird sich die ihm entstandenen Kosten auf jeden Fall zurückholen, sagte Pressesprecher Dirk Niemeyer. Zur Not auch unter Einbeziehung der Staatsanwaltschaft, also vor Gericht. Der Kreisverwaltung entstanden Kosten unter anderem durch den Einsatz des Rettungsdienstes und der kreiseigenen Feuerwehrfahrzeuge sowie durch den Verdienstausfall der ehrenamtlichen Einsatzkräfte, der dem Landkreis von den Arbeitgebern in Rechnung gestellt wird. „Voraussetzung ist aber immer, dass der Verursacher für den Einsatz ermittelt wird“, sagte Niemeyer.

Eine weitere Frage, die viele Menschen beschäftigt: Werden die drei Mädchen, die das Reizgas in der Schule versprüht haben, für ihren „Streich“ bestraft? Einbecks Polizeichef Peter Volkmer sagte am Mittwoch, dass seit Dienstag mehrere Eltern, deren Kinder verletzt worden waren, bei der Polizei Strafanzeige wegen Körperverletzung stellen wollten.

„Wir ermitteln schon von Amts wegen und haben ein Strafverfahren eingeleitet.“ Den Eltern bleibe die Möglichkeit, zivilrechtlich wegen Körperverletzung zu klagen.

Ab der kommenden Woche werden die ersten betroffenen Kinder vernommen, so Volkmer. Die Polizei hofft, endlich Antworten auf die Frage zu bekommen, welches der drei Mädchen tatsächlich das Gas in der Schule versprüht hat.

Bei dem Einsatz waren 30 Kinder verletzt worden, 20 von ihnen kamen unter anderem mit Atembeschwerden und Übelkeit in Krankenhäuser in Einbeck, Northeim und Göttingen. Eines der verletzten Kinder musste aufgrund starker Herz-Kreislaufbeschwerden sogar auf der Intensivstation behandelt werden.

Einsatz im Schulzentrum in Einbeck

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