Feuerwehren fehlen die Führungskräfte

Symbolbild: dpa

Northeim. Die Freiwilligen Feuerwehren im Kreis Northeim werden große Anstrengungen unternehmen müssen, um ihre personelle Schlagkraft flächendeckend halten zu können.

Hintergrund sind ein geändertes Freizeitverhalten, gestiegene berufliche Belastungen aber auch Fehler des Landes, wie Kreisbrandmeister Bernd Kühle kritisiert.

Laut Kühle wird es immer schwieriger, Ortsbrandmeister dazu zu bewegen, eine zweite oder dritte sechsjährige Amtsperiode auf sich zu nehmen oder andere Aktive dafür zu motivieren. Ein Beispiel dafür sei Hachenhausen. Dort finde sich niemand, der Ortsbrandmeister sein will.

Der oberste Wehrchef im Kreis Northeim führt das Problem auch darauf zurück, dass das Land seine Ausbildungsverpflichtungen nicht erfüllen kann. „Die Niedersächsische Brand- und Katastrophenschutz Akademie in Celle kann die Lehrgänge nur zu 57 Prozent abdecken“, schimpft er.

Der Kreisfeuerwehrverband Göttingen hat deshalb entschieden, die Truppführerausbildung als Voraussetzung für die Übernahme von Führungsverantwortung in einem Pilotprojekt selbst zu organisieren. Für Kühle ist das kein Weg: „Wir dürfen das Land nicht aus dieser Pflicht entlassen.“

Mittelfristig erwarten die Feuerwehren zudem Rückgänge bei den Aktiven, deren Zahl zurzeit noch bei 5600 im Landkreis liegt. „Es könnte problematisch werden, wenn die Jahrgänge 1958 bis 1961 wegen der Altersgrenze von 63 aus dem aktiven Dienst ausscheiden“, sagt Kühle. Insbesondere in kleinen Orten könne dann die Einsatzfähigkeit am Tage in Gefahr sein. Der Aufbau eines Löschzugsystems, wie in Northeim geschehen, bei dem immer mehrere Wehren alarmiert werden, könne helfen.

Natürlich steuere man durch Nachwuchsarbeit gegen, durch die erfolgreiche Gründung von Kinderfeuerwehren und die Arbeit in den Jugendwehren, doch der Übergang in den aktiven Dienst bleibt eine Hürde. „Wir wollen den Übergang mit Paten für die Neuzugänge verbessern.“ (zhp) ZUM TAGE

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