Kultusministerium will die Aufgaben jetzt prüfen lassen

Frust und Ärger über zu hartes Mathe-Abitur

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Foto: dpa

Northeim. Die schriftliche Mathe-Abiturprüfung, die am 29. April an niedersächsischen Schulen geschrieben wurde, war offenbar zu schwer. Das sorgt bei Schülern, Eltern und Lehrern für Unmut. Das Kultusministerium will die Aufgaben nun prüfen lassen.

In Hannover war das Problem am Mittwoch angekommen: In der Landespressekonferenz hieß es, dass nach einer Lösung gesucht werde. Denkbar: Die Bewertungsmaßstäbe bei der Errechnung der Mathe-Note soll möglicherweise zugunsten der Schüler verbessert werden. „Die Schüler sollen keine Nachteile haben“, sagte eine Pressesprecherin. Landesweit legen derzeit 36 000 Schüler das Abitur ab.

Nach HNA-Informationen haben sich auch die Direktoren der Niedersächsischen Gymnasien bereits vor etwa einer Woche bei der Ministerin über die zu harten Aufgabenstellungen beschwert.

Am Gymnasium Uslar hätten die Kollegen zwar auch von anspruchsvollen, aber nicht zu schweren Aufgaben gesprochen, sagt dazu dessen Leiter, Dr. Hermann Weinreis. Voreilige Schlüsse will er allerdings nicht ziehen, zumal sich die Mathe-Klausuren seiner Schule noch in der Korrektur befänden. Vom Northeimer Gymnasium und der KGS Moringen waren am Mittwoch wegen Abiturprüfungen keine Stellungnahmen zu bekommen.

Konsequenzen fordert hingegen der Niedersächsische Philologenverband, da es sich nicht um Einzelfälle von Überforderung, sondern um missglückte Klausuraufgaben gehandelt habe. Nach Meinung vieler Fachlehrkräfte seien die Aufgaben mit Text überfrachtet, zu kompliziert und in der vorgegebenen Zeit kaum zu lösen gewesen, so der Chef des Lehrerverbands, Horst Audritz,

Kritik kommt auch vom Vorsitzenden des Verbands der Elternräte der Gymnasien Niedersachsen, Dr. Oliver Gössel. Selbst Teilnehmer und Gewinner aus bundesweiten Mathe-Wettbewerben seien frustriert aus der Prüfung gegangen. Einzelne Aufgaben seien thematisch in Lehrplänen gar nicht behandelt worden.

Ministerium: Aufgaben waren leistbar

Die Aufgaben waren anspruchsvoll, aber vom Schwierigkeitsgrad leistbar.“ Das sagt das Kultusministerium aus Hannover zu den Aufgaben der Mathe-Abiturklausuren.

Das Ministerium hatte die Aufgaben nach Protesten von Eltern und Lehrern nochmals unter die Lupe nehmen lassen. Dabei sei zudem festgestellt worden, dass die Aufgaben des Vorgaben des Lehrplans entsprochen haben. Allerdings haben man mit Blick auf den Umfang der Aufgaben festgestellt, dass die Aufgabendichte für die vorgebene Zeit möglicherweise etwas zu hoch war. „Dies ist jedoch eine Grenzfallentscheidung.“

Schülerinnen und Schüler soll daraus kein Nachteil entstehen. Deshalb soll der Bewertungsmaßstab angepasst werden. Details wurden dazu noch nicht festgelegt.

Gleichzeitig stellt das Kultusministerium klar: „Die Aufgabenstellungen der Abitur-Klausur im Fach Mathematik für das Zentralabitur wurden von einer erfahrenen Fachkommission erstellt.“ Zudem durchliefen die Aufgaben verschiedene Qualitätskontrollen. So seien beispielsweise erfahrener Pädagogen als „Nachrechner“ im Vorfeld im Einsatz gewesen. Gleichzeitig machte das Ministerium deutlich, dass die Ergebnisse der Mathe-Abitur-Klausur voraussichtlich erst Ende Mai/ Anfang Juni vorliegen.

Je nach Anforderungsniveau hatten die Schüler für die Mathe-Abituraufgaben 220 beziehungsweise 300 Minuten Zeit. Neben einem Pflichtteil, der ohne Hilfsmittel gelöst werden muss, gibt es außerdem einen Wahlteil. Der Pflichtteil ist länderübergreifend.

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